Projektarbeit am Gymnasium St.Antonius: Jugendliche sind Feuer und Flamme für ihre Begabungen

Die Viertklässler des Gymnasiums St. Antonius in Appenzell widmen sich in einer Projektarbeit einem besonderen Talent. Am Donnerstag wurden an einer Ausstellung die besten Projekte ausgezeichnet. Manch ein Jugendlicher hat für seine Arbeit etwas Neues gewagt.

Yann Lengacher
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Noelle Thüm (links) demonstriert das Schröpfen. (Bild: Yann Lengacher)

Noelle Thüm (links) demonstriert das Schröpfen. (Bild: Yann Lengacher)

So zahlreich die Schüler, so vielfältig sind auch die Talente, die man beim Durchqueren des Foyers dal Cappuccino im Gymnasium St. Antonius in Appenzell am Donnerstag erblickt. Die diesjährige Begabungsförderung hat in der Ausstellung mit der anschliessenden Kür der besten Projekte ihren Höhepunkt gefunden. Jedes Jahr arbeiten die Viertklässler des Gymnasiums St. Antonius an zwei Projektarbeiten, eines davon dürfen sie jeweils für den internen Wettbewerb «best practice» nominieren. Als lästige Pflicht scheinen die Gymnasiasten das Projekt aber nicht empfunden zu haben. Sie zeigen vor der Preisverleihung bereitwillig, welches Talent sie in ihren Arbeiten gefördert, oder welche Fähigkeit sie sich angeeignet haben. «Das Schröpfen verbessert die Durchblutung und wäre am Rücken viel wirksamer», erklärt Noelle Thüm, während sie am Arm ihrer Sitznachbarin praktisch vorzeigt, wie das traditionelle Therapieverfahren funktioniert. Bei ihrer Mutter hat sie sich die Technik angeeignet. Die schnellen Handgriffe der Jugendlichen sitzen und zeigen, dass sie das Schröpfen beherrscht.

Von Drohnen und Super-Nutella

An einem nächsten Stand präsentiert ein Schüler seine Drohne. Er hat nicht etwa ein Flugobjekt aus einem Baukasten zusammengesetzt, sondern Einzelteile bestellt, um die Drohne nach seinen Vorstellungen bauen zu können. Auch hat er das Flugobjekt selbst programmiert. Dementsprechend könne er sich vorstellen, irgendwann in der IT-Branche zu arbeiten. Im musikalischen Bereich haben ebenfalls viele Jugendliche Talente, einige auch erst seit neuem: Eine Gymnasiastin hat sich für ihr Projekt das Spiel auf der Zither selbst beigebracht. Auf kulinarische Ausflüge begab sich die 17-jährige Sara Jimenez. Sie hat eigene Rezepte entworfen, unter anderem eines für eine Art Super-Nutella: Ihr Brotaufstrich ist sowohl gluten- und laktosefrei als auch vegan. Das Produkt kommt zudem ohne Palmöl aus. Den Geschmackstest besteht es trotzdem. Gefragt, welche Kandidaten denn den Siegerpreis verdient hätten, antwortet Jimenez: «Das ist sehr schwierig. Alle haben unterschiedliche Talente, die auf ihre Art und Weise speziell sind.» Die besten Projekte haben die Schüler gemeinsam mit den Betreuungspersonen in bestimmten Kategorien gewählt. Für die Gewinner gab es einen Gutschein im Wert von 100 Franken. Was für eine Art von Gutschein sie wollen, dürfen die Schüler selbst auswählen. Er soll ja zu ihrer Begabung passen.