Jugendliche Herbststürme mit dem Quatuor Byron

Die Preisträger des Migros-Kammermusik-Wettbewerbs 2009 sind am nächsten Freitag, 20 Uhr, in der Kunsthalle Ziegelhütte zu hören.

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appenzell. Das jugendliche Quatuor Byron stellt sich dem Publikum mit einem kontrastreichen, anspruchsvollen Programm vor. Das Streichquartett ist Preisträger des Kammermusik-Wettbewerbs des Migros-Kulturprozents 2009, wo es auch den Publikumspreis gewann.

Für einmal nicht einig

Beim Ausgang des Wettbewerbs waren sich Jury und Publikum für einmal nicht einig: Das Quatuor Byron wurde wohl von der Jury auf den zweiten Platz gesetzt, das ebenfalls abstimmende Publikum verlieh dem Ensemble aber mit grosser Mehrheit den Publikumspreis.

Der Musikalische Leiter der Kunsthalle Ziegelhütte, Martin Lucas Staub, teilt die Meinung des Publikums und lud das Streichquartett ein. Die «NZZ» lobte: «Die Spieler zeigten beste Koordination auf allen Ebenen, erzeugten starke Spannungen und offenbarten im Klanglichen einen grossen Variantenreichtum.» Das Quatuor Byron studierte in der Klasse von Gabor Takacs-Nagy am Conservatoire Supérieur de Musique in Genf und später in der Klasse vom Ysaye-Quartett im C.N.R in Paris.

Meisterkurse beim Alban Berg und Hagen Quartett und bei Eberhard Feltz ergänzten seine Ausbildung. Das Quatuor Byron trat bereits bei wichtigen Konzertwochen auf und ist regelmässig im Radio Suisse Romande Espace 2 und DRS 2 zu hören.

«Herbstliche Klänge»

Das Programm in der Kunsthalle Ziegelhütte steht unter dem Titel «Herbstliche Klänge», denn so gegensätzlich die Stimmungen im Herbst, so kontrastreich ist das Konzertprogramm.

Den Auftakt macht das D-Dur-Quartett aus Joseph Haydns «Sonnenquartetten», eine Musik, strahlend wie ein goldener Herbsttag, im Finalsatz auch mit einem unwiderstehlichen Drive. Herbstnebel verschleiern dann in scharfem Kontrast die Stimmung im Streichquartett Nr. 8 von Dmitri Schostakowitsch, einer zutiefst tragischen, hochexpressiven Trauermusik.

Eine ganz andere Seite von Schostakowitsch zeigen nach der Pause die Zwei Stücke für Streichquartett, deren Musik er später in zwei seiner Opern wieder verwendete. Die Polka deutet dabei bereits den Herbststurm an, der in Beethovens «Quartetto serioso» aufzieht. Überfallartig und mit geradezu besessener Ausdruckswut bricht das einleitende Allegro con brio los, und auch der weitere Verlauf des Werks bewegt sich im Gegensatz zwischen Spannung und Lösung, rhythmisch gedrängter Motivik und ruhig ausgesungenen Linien, bevor es heiter beschlossen wird. (pd)

Reservationen: Telefon 071 788 18 60 oder info@ kunsthalleziegelhuette.ch.