Jugendliche Action im Schuppe

Man nehme das ehemalige Schuppefestival und mische es mit «Hiprock»: Die Jugendarbeiter von Ebnat-Kappel und Wattwil organisieren das erste Jugendfestival im Schuppe. Es soll sich vor allem an Jugendliche richten und auch grösstenteils von diesen auf die Beine gestellt werden.

Olivia Hug
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EBNAT-KAPPEL. Nach drei Jahren findet im und um den Schuppe in Ebnat-Kappel wieder ein Festival statt. Da kommen bei einigen die Erinnerungen an das einstige Schuppefestival wieder hoch. So auch bei Samuel Roth, Jugendarbeiter in Wattwil: «Das Schuppefestival war in meinen Augen immer ein gelungener Anlass, sowohl weil es für einheimische Bands eine Plattform dargestellt hat, als auch weil das Angebot für die Besucher sehr breit war.» Beat Giger, Jugendtreffleiter in Ebnat-Kappel, kann dem nur beipflichten: «Ich fand es immer schade, dass es das Festival seit 2010 nicht mehr gibt.»

Sich präsentieren können

Einer der Gründe, weshalb die Amtskollegen der benachbarten Gemeinden mitten in den Vorbereitungen für das Jugendfestival stecken, welches am 8. Juni stattfinden wird. Für die erste Austragung haben sich Beat Giger und Samuel Roth ein einfaches Rezept überlegt: Sie vereinen das Konzept des Schuppefestival mit jenem des «Hiprock», das die Offene Jugendarbeit Wattwil jeweils im Thurpark oder in der Grüenau organisiert hat. Das ganze steht unter dem Stern des Vereins TEO – Netzwerk Jugendarbeit. Das Besondere an der Mixtur: Das Festival wird zu einem grossen Teil von Jugendlichen aufgebaut und soll auch eine Plattform für Jugendliche sein.

So können die Jugendlichen beider Gemeinden vorgängig an Workshops im Jugendarbeitszentrum in Wattwil teilnehmen, wo der Jugendarbeiter sie dabei unterstützt, an ihrem Programm zu feilen, welches sie am Festival zum Besten geben wollen. «Das kann eine Band sein oder eine Tanzgruppe oder eine Solosängerin», nennt Samuel Roth einige Beispiele. Nach demselben Prinzip ist er bereits in den vergangenen fünf Jahren für «Hiprock» vorgegangen – was sehr gut funktioniert habe. «Die Jugendlichen, die sich künstlerisch oder musikalisch interessieren, bekommen die Möglichkeit, sich professionell auf einen Auftritt vorzubereiten. Ausserdem erhalten sie durch die Präsentation Anerkennung», sagt Samuel Roth.

Für Weiterführung sorgen

Beat Giger ist währenddessen für die organisatorischen und infrastrukturellen Abläufe zuständig. Er stellt ein Organisationskomitee aus Jugendlichen und jungen Erwachsenen zusammen, das sich in spezifischen Ressorts um die Rahmenbedingungen kümmert. «Ziel ist es, dass hinter dem gesamten Anlass Jugendliche stecken», sagt er, «die sich dort einsetzen und entfalten können, wo ihre Stärken liegen.» Ausserdem sollen sie so viel wie möglich selber machen können. Auch die Helferinnen und Helfer werden aus den Reihen der Jugendlichen stammen. Die Jugendarbeiter wollen vor allem im Hintergrund unterstützend und koordinierend zur Seite stehen. Das hat auch noch einen anderen Zweck: «Schön wäre, wenn das Festival nachhaltigen Charakter hat, sprich wenn die Jugendlichen Freude daran kriegen und den Event auch zukünftig organisieren wollen», so Beat Giger. Den Jugendarbeitern schwebt vor, dass das Festival jährlich stattfindet – jeweils an einem anderen Standort. «Damit beide Gemeinden, die uns in diesem Projekt unterstützen, von einem kulturellen Beitrag profitieren können», so Samuel Roth.

Jugendgerechter Rahmen

Weil der Anlass die Jugendlichen als Zielpublikum vorsieht und als projektbasierter Bestandteil der Offenen Jugendarbeit konzipiert ist, stellt man gemäss der Jugendarbeiter keine Konkurrenz zu bestehenden musikalischen Veranstaltungen in der Region dar. «Die Jugendmitwirkung am Festival ist im Toggenburg ein Novum», sagt Samuel Roth. Und weil sich das Jugendfestival an dieses Publikum richtet, sind auch die Rahmenbedingungen klar: «Es wird kein Alkohol ausgeschenkt und das Festival endet um 24 Uhr», sagt Beat Giger. Dafür beginnt es schon am Nachmittag – als Anlass für die ganze Familie, wenn sich die Jugendlichen ihren Eltern und Schulfreunden tanzend, singend oder musizierend präsentieren können. Und das soll möglichst vielfältig sein, wie Beat Giger hervorhebt. «Wir versuchen, den Anlass um interkulturelle Darbietungen zu erweitern», fügt Samuel Roth an. Auch können sie sich vorstellen, dass ein Verein oder eine Gruppe von Immigranten einen Stand mit ausländischen Speisen organisiert. Daneben sollen Jugendliche eine Bar mit speziellen Cocktails führen. Am Abend steht die Bühne dann den Bands zur Verfügung. Ziel der Organisatoren ist es, einen bekannten Headliner zu engagieren – «damit auch das Publikum unserer Generation, das jeweils wie wir das Schuppefestival erlebt und geschätzt hat, teilhaben kann», so Samuel Roth.

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