Jugend diskutiert Energiepolitik

Kürzlich fand die siebte Session des Jugendparlaments YPAC in Vaduz statt. Eine Delegation der Kantonsschule Trogen war vor Ort und debattierte fleissig über die Einsparungsmöglichkeiten im privaten beziehungsweise öffentlichen Bereich.

Urs Fässler*
Drucken
Besprechung in der Delegation: (v.l.) Kim Lemmenmeier, Maria Martinez, Juri Schmid und Antonia Baumgartner. (Bild: Nicolai Kozakiewicz)

Besprechung in der Delegation: (v.l.) Kim Lemmenmeier, Maria Martinez, Juri Schmid und Antonia Baumgartner. (Bild: Nicolai Kozakiewicz)

VADUZ/TROGEN. Rund 100 politikinteressierte Jugendliche aus den alpinen Ländern begegneten sich letzte Woche im liechtensteinischen Landtagsgebäude in Vaduz und suchten nach Lösungsansätzen, um den Energieverbrauch im alpinen Raum zu minimieren.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten die Chance, Einblicke in die politische Lösungsfindung zu erhalten. Zudem wurden die beschlossenen Resolutionen am Ende der Woche den liechtensteinischen Politikern und der Presse vorgestellt.

Alles rund um «Saving Energy»

Ein wichtiges Ziel der Politikneulinge bestand darin, konkrete Lösungsansätze zu formulieren, welche auch in absehbarer Zukunft umsetzbar sind. Der Einsatz von neuen Technologien und erneuerbaren Ressourcen war in den Augen vieler Teilnehmer von essenzieller Wichtigkeit. Ein konkretes Beispiel sah vor, dass alle öffentlichen Beleuchtungssysteme mit LED-Lampen ausgestattet werden, da die herkömmlichen Glühbirnen deutlich mehr Energie benötigen und ein Teil dieser Energie in Form von Wärme entschwindet. Im privaten Bereich sollte vor allem die Einstellung gegenüber Energieverschwendung aktiv geändert werden. Durch die Einführung einer «grünen Woche» sollten Schüler und Eltern mehr auf das Thema aufmerksam gemacht werden, um ihre Einstellung und ihr Verhalten mehr zu überdenken. Ein weiterer Vorschlag beinhaltete die Errichtung einer «Energie-Steuer»; diese soll Haushalte mit einem guten Energienutzungsgrad begünstigen und verschwenderische Systeme zur Modernisierung animieren.

Die abschliessende Diskussionsrunde mit amtierenden Politikern fiel sehr vielversprechend aus und bestätigte die Jugendlichen in ihrer Arbeit. Lob für die fleissigen Köpfe gab es von der liechtensteinischen Regierungsrätin Renate Müssner. «Das YPAC gibt den jungen Leuten die Möglichkeit, aktiv in der Politikwelt mitzubestimmen, da sie mit den Bestimmungen von heute in der Zukunft leben müssen.» Nächstes Jahr findet die 8. Session des YPAC im deutschen Sonthofen statt.

Kultureller Austausch

Die Teilnehmenden stammen aus den verschiedensten Ländern, unter anderem aus Frankreich, Italien, Slowenien, Österreich, Liechtenstein, Deutschland und der Schweiz. Zur Erleichterung vieler war deshalb Englisch die offizielle Sprache. Neben den Diskussionsrunden galten auch der kulturelle Austausch und das Knüpfen von neuen Freundschaften als ein zentraler Aspekt. Es herrschte ein reges Treiben in Vaduz, und die Jugendlichen absolvierten ein strikt geplantes Programm. Der Aufenthalt bei einer ortsansässigen Gastfamilie bereicherte die Woche und den Erfahrungsschatz der Teilnehmenden zusätzlich.

* Urs Fässler ist Schüler an der Kantonsschule Trogen und nahm für die schweizerische Delegation am YPAC teil.

Aktuelle Nachrichten