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JUBILÄUM: Kirche Lichtensteig feiert Geburtstag

Vor 50 Jahren weihten die reformierten Lichtensteiger ihre eigene Kirche ein. Am 10. September lädt die Kirchgemeinde zum Jubiläum: mit Güggeliessen, Hüpfburg, Festgottesdienst und einem Film von damals.
Die evangelische Kirche in Lichtensteig. (Bild: PD)

Die evangelische Kirche in Lichtensteig. (Bild: PD)

Es war ein grosser Tag: Das Städtchen ist geschmückt, die Musik spielt, ganz Lichtensteig ist auf den Beinen und begleitet die neuen Glocken vom Bahnhof zur evangelischen Kirche. Dort werden sie im Turm eingesetzt, die Schulkinder singen, die Würdenträger sprechen – und nachher gibt es Wurst und Brot. Auf einem Film von damals ist die zufrieden kauende Schuljugend zu sehen. Ein knappes Jahr später, am 10. September 1967, ist die Einweihungsfeier der evangelischen Kirche Lichtensteig. Der 1,7-Millionen-Franken-Bau steht auf einem Grundstück, das der frühere Kirchgemeindepräsident William Schweitzer der Kirche vermacht hat. Architekt Oskar Bitterli, der sich in einem Wettbewerb gegen sechs andere Architekturbüros durchsetzt, hat in einem kompakten dreigeschossigen Bau das ganze Raumprogramm verwirklicht. «Die Kirche ist ein Schmuckstück für das Städtchen», schreibt der Präsident der Baukommission.

Wie Lichtensteig gespendet hat

Am Sonntag, 10. September, sind es genau 50 Jahre, seit die evangelische Kirche eingeweiht wurde. Die Kirchgemeinde Mittleres Toggenburg, zu der Lichtensteig zusammen mit Wattwil und Krinau fusioniert wurde, begeht das Jubiläum mit einem Festtag. Neben einem Gottesdienst, Platzkonzert und Apéro ist für das leibliche Wohl mit einem Güggeliessen gesorgt. Dies macht den Zusammenhang mit dem Wahrzeichen der reformierten Kirchen, die einen Güggel auf der Spitze tragen. Der glänzende Lichtensteiger Güggel ist 1,7 Meter hoch und 35 Kilogramm schwer und wurde vom lokalen Gewerbe gefertigt.

Eine Ausstellung erklärt die Baugeschichte. Zu sehen ist auch ein Film und Bilder von damals sowie Modelle des Architekturwettbewerbs. Eindrücklich ist zudem die Spendenfreude der damaligen Bevölkerung: Im Archiv sind rund 70 eigens für eine Spendenaktion gedruckte Postkarten erhalten. Es kommen rund 100000 Franken zusammen, die Beträge reichen von 10 bis 15000 Franken und sind zweckgebunden an Kirchenfenster oder einfach für «wo am nötigsten».

Der Kirchenbau der Reformierten war auch eine grosse Zäsur. Sie lösten nämlich das seit der Reformation vor 500 Jahren bestehende «paritätische Verhältnis» mit den Katholiken auf. Bis dahin hatte man eine gemeinsame Kirche, in der die beiden Konfessionen nacheinander Gottesdienst feierten. Mit der reformierten Kirche und dem wenig später folgenden Neubau der ­katholischen Kirche bekommt Lichtensteig das heutige Gesicht mit den beiden Gotteshäusern. 2017 stehen die Zeichen der Zeit stärker auf ein Miteinander als auf Separierung. «Die Zeit des Kirchenbaus war eine Ausnahmezeit», sagt Pfarrerin Trix ­Gretler. «Heute geht es um die Zusammenarbeit unter den Konfessionen und fusionierten Gemeinden.»

Viele Lichtensteiger erinnern sich an den Kirchenneubau. Auf der Homepage der Kirchgemeinde erzählen Zeitzeugen von damals. So schildert der damalige Vorarbeiter Bruno Stefani eine Episode vom Turmbau. «Weil es stark luftete, drehten sich die Lamellen des Turms beim Hochziehen mit dem Kran wie Propeller.» Man muss die Aktion abbrechen. Beim zweiten Versuch klappt dann alles. (pd)

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