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JUBILÄUM: Chössi-Theater war Geburtsort

Die Männerriege des Turnvereins Wattwil feiert 2018 ihr 100-Jahr-Jubiläum. In loser Folge wird auf das aussergewöhnliche Ereignis geschaut. In der heutigen Ausgabe geht es um die Zeit der Gründung.
Das Inserat, mit dem die Männerriege 1918 darauf aufmerksam machte, dass jeden Montagabend ab 20 Uhr die Möglichkeit zum Turnen besteht. (Bild: PD)

Das Inserat, mit dem die Männerriege 1918 darauf aufmerksam machte, dass jeden Montagabend ab 20 Uhr die Möglichkeit zum Turnen besteht. (Bild: PD)

Die Männerriege Wattwil feiert 2018 ihren 100. Geburtstag. Mit verschiedenen Anlässen möchten die Verantwortlichen dieses Jubiläum würdig feiern. Geplant sind eine Sportveranstaltung für Familien, Vereine und Schüler beim Risi-Areal am Samstag, 30. Juni, ein Jubiläumsabend am Samstag, 1. September in der Risi-Turnhalle und die Jubiläums-Hauptversammlung am 18. Januar 2019 im Chössi-Theater. Die wichtigsten Ereignisse der letzten 100 Jahre sind in der Jubiläumsbroschüre festgehalten. Für die Vereinsmitglieder wird im Herbst 2018 eine spezielle Turnfahrt durchgeführt. Ausschnitte aus dem Jubiläumsbericht werden im Toggenburger Tagblatt in den nächsten Monaten in vier Berichten publiziert.

Die Gründung erfolgte am 22. Juni 1918

Die Gründung der Männerriege Wattwil wurde an der Hauptversammlung des Turnvereins am 22. Juni 1918 beschlossen. Zu diesem Zweck wurde eine Kommission, bestehend aus den Herren Hans Schoch, Gemeinderatsweibel, Jakob Haueter, Bildhauer, Otto Inhelder, Kaufmann sowie den Vertretern des Aktiv-Turnvereins, Präsident Louis Bollag und Oberturner Jakob Kundert, gebildet. Mit einem Inserat in der Zeitung lud man zur ersten Turnstunde auf Montag, 1. Juli 1918 ein. Dieser Einladung folgten zwölf Männer, wovon einige früher bereits Mitglied des Turnvereins waren. Die Turnstunden der Männerriege finden seit jener Zeit immer am Montagabend statt. Am 7. Oktober 1918 ging in der Turnhalle die konstituierende Versammlung unter der Leitung des Präsidenten des Turnvereins über die Bühne. Der erste Vorstand setzte sich wie folgt zusammen: Emil Müller-Mettler, Velohandlung, Präsident; Heinrich Looser, Briefträger, Oberturner; H. Schenkel, Bahnbeamter, Aktuar und Kassier. An der ersten Vorstandssitzung vom 11. Oktober 1918 wurden die neuen Statuten beraten. Als Vorlage dienten diejenigen der Männerriege Wil. Die Männerriege ist als Unterriege dem Aktiv-Turnverein angeschlossen. Anlass zu Diskussionen gaben vor allem der Beitrag an den Aktiv-Turnverein, sowie die Leistungen, die daraus zu Gunsten der Männerriege zu erfolgen hatten. Der Jahresbeitrag wurde schlussendlich auf fünf Franken festgesetzt, wovon vier Franken an den Turnverein abgeliefert werden und ein Franken in die Männerriegenkasse fliessen.

Artikel 7 der Statuten lautete: Alle Jahre soll mindestens eine Turnfahrt ausgeführt werden. Dieser Beschluss wurde in der einhundertjährigen Geschichte nur fünf Mal nicht eingehalten.

Zweiter Weltkrieg verhindert zwei Turnfahrten

Als Gründe sind festgehalten: zweimal Zweiter Weltkrieg respektive Militärdienst der Vereinsmitglieder, zweimal Kosten (Wirtschaftskrise) und einmal zu schlechte Witterung. Die erste Turnfahrt wurde 1918 auf der Reiseroute Gruben–Krinau–Lichtensteig durchgeführt. Es soll bereits damals sehr gemütlich zu und her gegangen sein. Der Mitgliederbestand schwankte in der Zeit bis zum Zweiten Weltkrieg zwischen 12 und 44 Turnern. Eigene Ehrenmitglieder hat die Männerriege keine. Wer die entsprechenden Voraussetzungen erfüllte, wurde zum Ehrenmitglied des Aktiv-Turnvereins ernannt. 1919 beteiligten sich die Mitglieder der Riege erstmals als Helfer am Toggenburger Bezirksturntag. Aus dem Reingewinn flossen 150 Franken in die damals noch fast leere Männerriegenkasse. Das Vermögen des Vereins bewegte sich in dieser ersten Periode in einer Bandbreite zwischen 100 und 320 Franken.

Die Bussenkasse wurde durch folgende Beiträge gespiesen: 10 Rappen für Nichterscheinen zur Turnstunde, 5 Rappen für das Zuspätkommen und einen Franken für unentschuldigte Absenzen an der Hauptversammlung und Turnfahrt.

Der Turnbetrieb bestand in den ersten 20 Jahren vorwiegend aus Freiübungen, Geräteturnen und dem Völkerballspiel. Die Verlierermannschaft im Völkerball musste jeweils einen kleinen Obolus in die Spielkasse entrichten. 1931 wurde erstmals Faustball in der Männerriege gespielt. Am 1. Rangturnen 1935 beteiligten sich sage und schreibe 20 Männerriegler. Sieger der 2. Stufe (acht Übungen) wurde Hans Künzle mit 77,90 Punkten, während in der Kategorie ältere Turner (sechs Übungen) Jakob Nideröst mit 56,40 Punkten gewann. An der Hauptversammlung 1936 wurde das vertraute «Du» unter den Männerrieglern beschlossen. Die Spielzeiten der 1936 gegründeten Faustball-Spielgruppe wurden auf Samstagnachmittag und Sonntagvormittag festgelegt.

Der Oberturner kann an der HV 1937 einen durchschnittlichen Turnstundenbesuch von fantastischen 77,55 Prozent für das Jahr 1936 bekanntgeben. Er rügt jedoch das regelmässige Zuspätkommen einiger Mitglieder, welche damit die anstrengenden Freiübungen zu Beginn der Turnstunde vermeiden wollen.

An der Hauptversammlung 1938 wurden die Mitglieder ermuntert, tüchtig in die Reisekasse einzuzahlen, da die vorgesehene Turnfahrt Furka–Grimsel–Brünig 33.60 Franken kosten werde. Die Restkosten gingen zu Lasten der Spiel-, Bussen- und Vereinskasse. (pd)

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