«Jokertage dürfen die Ausbildung nicht reduzieren»

Nachgefragt

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Markus Schegg, Vizepräsident der Appenzellische Offiziersgemeinschaft. (Bild: PD)

Markus Schegg, Vizepräsident der Appenzellische Offiziersgemeinschaft. (Bild: PD)

Unbegründet in der Rekrutenschule zu fehlen, ist heute undenkbar. Momentan prüft die Armee, ob Rekruten zwei Jokertage erhalten sollen. Der Vize­präsident der Appenzellischen Offiziersgemeinschaft, Markus Schegg, erläutert, was die Veränderung für die Streitkräfte bedeuten würde.

Was halten Sie davon, Jokertage in den Armeedienst einzubauen?

Die Koordination von Armee, Beruf und Privatleben wird immer anspruchsvoller. Daher ist es wichtig und richtig, sich Gedanken über die Vereinbarkeit und das Nebeneinander zu machen. Es gibt bereits jetzt die Möglichkeit für einen verlängerten Urlaub. Ob es nun dieser ist oder frei wählbare Jockertage sind, ist nicht entscheidend.

Welche Vor- und Nachteile sehen Sie?

Die Einführung der Jokertage darf nicht dazu führen, dass die schon heute knapp bemessene Zeit für die Aus- und Weiterbildung reduziert oder beeinträchtigt wird. Daher sind Organisation und Koordination umso wichtiger. Der Vorteil einer solchen Lösung kann darin liegen, dass es einfacher als heute möglich ist, persönlichen Urlaub zu erhalten, und der Individualisierung der Gesellschaft dadurch mehr Rechnung getragen wird.

Wie stehen Sie zum Vorwurf, dass die Jokertage die Armee noch «weicher» machen?

Durch ein flexibleres Nebeneinander von Armee, Wirtschaft, und Privatleben wird die Armee nicht «weicher» gemacht. Im Gegenteil, dadurch wird der Zusammenhalt gefestigt. Wichtig ist, dass Absenzen mit den geplanten Ausbildungsteilen vereinbart werden können, damit die zur Verfügung stehende kurze Ausbildungszeit nicht noch zusätzlich reduziert wird. (mic)