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JODELN: «Eine spannende Herausforderung»

Nadja Räss, bis anhin im Einsatz für die Klangwelt Toggenburg, wird ab Herbst das neue Hauptfach Jodel an der Hochschule Luzern unterrichten. Im Interview verrät sie, welche Schwerpunkte sie setzen wird.
Anina Rütsche
Die Sängerin Nadja Räss aus Einsiedeln zieht es vom Toggenburg nach Luzern, wo sie Dozentin an der Hochschule wird. (Bild: PD)

Die Sängerin Nadja Räss aus Einsiedeln zieht es vom Toggenburg nach Luzern, wo sie Dozentin an der Hochschule wird. (Bild: PD)

Im kommenden Herbst zieht es die Jodlerin Nadja Räss, derzeit künstlerische Leiterin des Klangfestivals Naturstimmen (9. bis 21. Mai, Alt St. Johann), beruflich in die Innerschweiz. Die studierte Gesangspädagogin aus Einsiedeln wird Dozentin im schweizweit einzigartigen Hauptfach Jodel am Departement Musik der Hochschule Luzern. Dieser Studiengang wird 2018/2019 erstmals angeboten. Neben dem Unterricht übernimmt Nadja Räss auch die Leitung des Studienbereichs Volksmusik an der Hochschule Luzern, die bisher Daniel Häusler innehatte.

Nadja Räss, was bedeutet dieses neue Engagement im Bereich Ausbildung für Sie?

Bereits früher habe ich mich punktuell für die Gesangsausbildung an der Hochschule Luzern engagiert. Dass das Jodeln demnächst zum Hauptfach wird, ehrt mich. Es zeigt, dass dieser Stil nach wie vor gefragt ist. Ich freue mich darauf, mit den Studierenden zu arbeiten.

Was müssen die Kandidatinnen und Kandidaten mitbringen, um zum Jodel-Studium zugelassen zu werden?

Bis Ende Februar konnten sich Interessierte für die Aufnahmeprüfung zum Hauptfach anmelden. Diese findet im Frühling statt. Sie umfasst einen praktischen und einen theoretischen Teil. Auf der praktischen Seite wird von den Kandidaten erwartet, dass sie das Jodeln bereits auf einem hohen Niveau beherrschen, dass sie eine flexible Stimme haben und musikalisch talentiert sind. Im theoretischen Bereich werden Grundlagen wie Gehörbildung, Melodiediktat oder das Spielen von Kadenzen auf dem Klavier geprüft.

Wie viele Studierende werden aufgenommen?

Wir haben keine Zahl definiert. Diese hängt davon ab, wie viele Kandidaten die Aufnahmeprüfung bestehen, doch rechne ich nicht damit, dass dies eine grosse Anzahl sein wird.

Warum braucht es dieses neue Hauptfach?

Die Volksmusik, zu der das Jodeln gehört, ist populär. Nicht nur in ländlichen Regionen wie dem Toggenburg und dem Appenzellerland, sondern auch in den Städten. Das Jodeln ist eine landestypische Art des Singens, das weiterhin gepflegt und bewahrt werden soll. In Luzern wird in diesem Bereich seit einigen Jahren gelehrt und geforscht. Seit 2012 haben dort über 20 Personen einen Abschluss im Bereich Volksmusik gemacht. Aus meiner Sicht braucht es dieses Studium, damit es weiterhin diplomierte Pädagoginnen und Pädagogen gibt, die Gesang unterrichten und Chöre leiten können. Sie verfügen nach dem Abschluss über ein vertieftes Wissen und Können der Jodeltechnik.

Nachdem vor einigen Wochen bekannt geworden war, dass die Hochschule künftig das Hauptfach Jodel anbietet, gab es Kritik seitens des Jodelverbands. Viele Jodlerinnen und Jodler, die den Gesang als Hobby pflegen, befürchten einen Verlust von Vielfalt und Natürlichkeit. Wie gehen Sie mit diesen Einwänden um?

Ich kann nachvollziehen, dass hier Ängste bestehen. Ich glaube jedoch, dass diese nicht gerechtfertigt sind. Im Studium sollen gezielt verschiedene Stilrichtungen vermittelt werden, und die Stimmbildung wird der Jodeltechnik entsprechen. Diese gezielte Ausbildung wird künftige Gesangspädagogen hervorbringen, wovon die Szene auch profitieren kann.

Anina Rütsche

anina.ruetsche@toggenburgmedien.ch

Hinweis

www.hslu.ch

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