JODELN: Das Engel-Chörli hebt ab

Vor dreissig Jahren nahm das Engel-Chörli erstmals an einem Eidgenössischen Jodelfest teil. Damals wie dieses Wochenende wählte die Formation ein aussergewöhnliches Transportmittel an den Festort Brig.

Mea Mc Ghee
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Das Engel-Chörli Appenzell tritt morgen am Eidgenössischen Jodlerfest in Brig auf. (Bild: PD)

Das Engel-Chörli Appenzell tritt morgen am Eidgenössischen Jodlerfest in Brig auf. (Bild: PD)

Mea Mc Ghee

mea.mcghee@appenzellerzeitung.ch

Morgen Mittag startet das Engel-Chörli Appenzell zur Mission Eidgenössisches Jodelfest. Von Hohenems aus fliegen die acht Sänger nach Sion. Von da geht es mit dem öffentlichen Verkehr an den Festort Brig. «Damit schliesst sich ein Kreis», sagt Emil Koller, der musikalische Leiter der Formation. Schon vor dreissig Jahren, bei der erstmaligen Teilnahme an einem Eidgenössischen Jodelfest, wählte das Engel-Chörli dieses Transportmittel für die Reise nach Brig. «Wir sind darauf aus, spezielle Sachen zu machen», so Koller.

An allen elf bisherigen Teilnahmen seit 1987 erreichte das Engel-Chörli die beste Note 1 für seine Darbietung. Ist dies auch heuer das Ziel? «Nein, primär wollen wir drei lustige, schöne und unvergessliche Tage erleben», sagt Emil Koller. Natürlich habe auch der Gesang einen hohen Stellenwert. Seit Ende letzten Jahres üben die acht Sänger das Lied «Herbscht» ein. Eine wenig bekannte und nur selten gesungene Komposition des 2015 verstorbenen Dölf Mettler. «Es ist uns wichtig, ein Lied vorzutragen, das nicht an jeder Hausecke gesungen wird.» Das Stück sei schön und anspruchsvoll zugleich. «Es ist mit Finessen bestückt und hat knifflige Stellen, sowohl harmonisch als auch rhythmisch», sagt der musikalische Leiter des Engel-Chörli.

Ein Lied aus dem Wallis geübt

Früher hätten sie an Jodelfesten jeweils die Darbietung ausgewählter Formationen hören wollen, so Koller. Bei heute acht Vortragslokalen am Festort sei dies kaum mehr zu koordinieren. Stattdessen setzen sich die acht Sänger des Engel-Chörli in ein Lokal und hören alle Gruppen, die dort auftreten. «So lernen wir Formationen und Lieder kennen», sagt Emil Koller. Wenn ihm ein Stück gefalle, mache er sich eine Notiz dazu.

Nebst dem Wettbewerbsstück hat das Engel-Chörli ein weiteres Jodellied geübt. Das Walliser Lied «Dum Herbscht entgegu» wollen die Innerrhoder im Appenzeller Dialekt mit Formationen aus dem Gastgeberkanton singen. «Wir haben gute Kontakte zu Jodelchören aus dem Wallis», sagt Emil Koller. Erst zum dritten Mal – nach Brig und Herisau – wird das Engel-Chörli am sonntäglichen Festumzug teilnehmen. 1987 in Brig seien sie die einzige Formation aus dem Appenzellerland am Umzug vom Sonntag gewesen. Während die anderen Teilnehmer bereits um 14 Uhr auf den Zug mussten, konnten die Sänger aus Appenzell abends mit dem Flugzeug zurück reisen. Die Chancen stehen gut, dass das Engel-Chörli am Sonntag mit der Note 1 im Gepäck aus dem Wallis heimkehrt. Allerdings nicht mit dem Flugzeug wie 1987, sondern per Zug.