«Joachim» hat nur wenig getobt

Im Appenzellerland richtet das Sturmtief Joachim nur geringe Schäden an. Vereinzelt behindern entwurzelte Bäume den Strassenverkehr, ein Baum stürzt auf einen Skilift, und in Walzenhausen beschädigt eine Tanne das Dach eines Hauses.

Mea Mc Ghee
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APPENZELLERLAND. Das Sturmtief «Joachim» hat dem Appenzellerland den Winter gebracht. Auf dem windexponierten Säntis wurde am vergangenen Freitag mit 175,7 km/h zwar die stärkste Böenspitze der Schweiz registriert, glücklicherweise gab es im Appenzellerland aber trotz heftiger Böen nur geringe Schäden.

Im Gebiet Platz in Walzenhausen stürzte eine Tanne auf ein Einfamilienhaus und beschädigte das Dach auf einem Drittel der Fläche. Dies sei der schwerwiegendste Schaden, der gemeldet worden sei, so Ernst Bischofberger, Direktor der Assekuranz AR. Die Gebäudeversicherung betreibt zwölf Messstationen, wobei auf dem Nieschberg Windspitzen von 109 km/h und auf dem Gupf von 100 km/h registriert wurden. Man sei glimpflich davongekommen, so Ernst Bischofberger. Bis gestern nachmittag gingen zehn Meldungen ein. Es könne sein, dass in den nächsten Tagen noch vereinzelte kleinere Schäden gemeldet werden. Bei der Assekuranz AR rechnet man mit einer Gesamtschadensumme zwischen 60 000 und 80 000 Franken.

Vereinzelte Strassen blockiert

Bei der Ausserrhoder Kantonspolizei gingen am vergangenen Freitag zwischen 17.23 und 19.27 Uhr fünf Meldungen über Sturmschäden ein. In drei Fällen waren Bäume oder Äste auf Strassen gestürzt, so Ueli Frischknecht, Mediensprecher der Kantonspolizei. In der Bruggmühle, Wolfhalden, auf der Urnäscherstrasse in Hundwil sowie auf der Tüfenbergstrasse in Urnäsch mussten Mitarbeitende des Bauamts oder die Feuerwehr Räumungsarbeiten verrichten. In Herisau hatte der Sturm an der Mühlestrasse und im Gebiet Egg-Rohren Abschrankungen sowie Signalisationen von Baustellen umgeworfen. Es sei weder Sach- noch Personenschaden entstanden, so Frischknecht.

Bei der Innerrhoder Kantonspolizei gingen keine Meldungen über Sturmschäden ein.

Streuschäden in Wäldern

Peter Raschle, der Innerrhoder Oberförster, meldet Streuschäden in den Wäldern. Er sagt: «Einzelne Bäume, zum Beispiel im Wissbachtal, wurden umgerissen, dies erfordert aber keine speziellen Massnahmen.» Im Laufe der Schlagsaison werden die Schäden beseitigt, wobei das Holz der umgestürzten Bäume teils genutzt werden könne. Sturm Joachim habe zwar Spitzenböen erreicht, in Innerrhoden aber nur kurz getobt, so Peter Raschle. «In der Regel richten in unserer Region Föhnstürme grössere Schäden an als Winterstürme aus Westen.» Das gleiche Bild zeigt sich in den Ausserrhoder Wäldern: Es seien im ganzen Kanton vereinzelte Schäden festgestellt worden, grössere Schäden seien nicht bekannt, sagte Forstingenieur Beat Fritsche vom Ausserrhoder Oberforstamt auf Anfrage.

Betrieb eingestellt

In Schwellbrunn verfing sich ein Baum im Seil eines Skiliftes (siehe gestrige Ausgabe). Aufgrund der Vorhersagen haben die Bergbahnen im Alpstein ihren Betrieb am Freitag gar nicht erst aufgenommen. Bei der Talstation der Säntis-Schwebebahn wurde eine Plexiglasscheibe beschädigt. Auf dem Hohen Kasten wurden Böen von rund 140 km/h gemessen. Bei solch starkem Wind sei die Lage klar, so Geschäftsleiter Martin Ebneter. Bei der Luftseilbahn Jakobsbad-Kronberg war nur das Personal betroffen, da am Freitag der letzte Tag der Revision war.