Jetzt hat Bänziger die Nase vorn

AUSSERRHODEN. Die Ausserrhoder Kandidaten für den Nationalrat liefern sich auf Facebook ein Rennen um die Zahl an «Gefällt-mir»-Klicks. Die SVP kontert einen Vorwurf, wonach die genannten Wahlkampfkosten falsch seien.

Roger Fuchs
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Die Kandidaten nutzen Facebook, um ihre Wähler über laufende Aktionen im Bilde zu halten. (Bild: Printscreen: rf)

Die Kandidaten nutzen Facebook, um ihre Wähler über laufende Aktionen im Bilde zu halten. (Bild: Printscreen: rf)

Der Wahlkampf um den Ausserrhoder Nationalratssitz ist in vollem Gang. Die Kandidaten lassen keine Gelegenheit aus, sich auf Facebook in Szene zu setzen: So posiert beispielsweise Jens Weber (SP) vor einem Alpabzug oder im Lohnmobil, David Zuberbühler (SVP) führt vor Augen, wie beweglich sein Zubimobil ist und wo dieses überall durchkommt und Markus Bänziger (FDP) gibt es mit Schürze bekleidet beim Mosten zu sehen.

Die Jagd nach Klicks

All diese Beiträge führen letztlich vor Augen: Hinter den Politikern stecken auch Menschen – solche, die um die Gunst der Wählerinnen und Wähler buhlen. Und so jagen sie auch nach «Gefällt-mir-Klicks». Nachdem die Appenzeller Zeitung Anfang September schrieb, Weber liege vorne, drückte Zuberbühler aufs Gas und überholte. Inzwischen muss er sich aber wieder von Markus Bänziger geschlagen geben. Gestern um die Mittagszeit lag der FDP-Kandidat mit 272 «Gefällt mir» um acht Stimmen vor dem SVP-Kandidaten. Jens Weber ist zwischenzeitlich zurückgefallen: 210 «Gefällt mir».

Gestern nun startete Zuberbühler eine weitere Werbeoffensive auf YouTube. Diese stellt ihn als den hartnäckigen Mann bei der Spitalverbunds-Affäre dar. Ob er wohl berücksichtigt hat, dass man bei YouTube auch «Mag ich nicht» drücken kann?

Detaillierte Kosten

Fakt ist: Für Videoproduktionen gibt die SVP AR im Wahlkampf 700 Franken aus. Dies geht aus einer detaillierten Kostenzusammenstellung hervor, welche die Partei gestern online aufschaltete. Grund dafür ist eine Aussage von Jens Weber im Regionaljournal von Schweizer Radio SRF: Er zweifelte das Wahlkampfbudget der SVP von 60 000 Franken an. «Wir spielen mit offenen Karten», kontert Co-Wahlkampfleiter Ralf Menet. (Leserbrief S. 38.)