Jetzt gehen sie auf die Strasse

Die Mitarbeitenden des Spitals Heiden und des Spitalverbunds rufen zu einer Kundgebung auf. Sie wollen um ihre Arbeitsplätze kämpfen und mit der Bevölkerung ins Gespräch kommen.

Monika Egli
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Auch eine ausserordentliche Personalinformation des Verwaltungsrates hat nichts gebracht. Die Mitarbeitenden bleiben verunsichert. Bild: Benjamin Manser (1. September 2016) (Bild: Benjamin Manser (Benjamin Manser))

Auch eine ausserordentliche Personalinformation des Verwaltungsrates hat nichts gebracht. Die Mitarbeitenden bleiben verunsichert. Bild: Benjamin Manser (1. September 2016) (Bild: Benjamin Manser (Benjamin Manser))

«Es war enttäuschend», sagt eine Mitarbeiterin des Spitals Heiden. Sie war am letzten Dienstag der Einladung von VR-Präsidentin Christiane Roth an eine ausserordentliche Personalinformation des Spitalverbunds AR gefolgt. Dieser Anlass fand im Hotel Heiden statt – selbstverständlich unter Ausschluss der Presse. In der Einladung, versandt am Freitag letzte Woche, hiess es: «Es ist uns ein grosses Anliegen, Ihnen die Strategie zum Spital Heiden nochmals zu erläutern und die Möglichkeit zu geben, Ihre Fragen zu stellen. Ebenfalls können wir Sie über erste Massnahmen orientieren und einen Ausblick auf weitere Aktivitäten geben.» «Es war an diesem Informationsanlass weder eine klare Linie noch ein Ziel erkennbar», sagt die Mitarbeiterin. Auch zu den Kündigungen sei nichts zu erfahren gewesen: «Wir haben keinerlei Gewissheit.» Nicht zuletzt diese Ungewissheit, aber auch die Angst vor dem Verlust der Arbeitsstelle treibt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Spitals Heiden und des Spitalverbunds AR nun auf die Strasse.

«Die Ankündigung löste Tränen aus»

«Täglich wird die Verunsicherung, die Angst bei uns Mitarbeitenden, aber auch bei der Bevölkerung grösser», heisst es im schriftlichen Aufruf der Angestellten für die Kundgebung am Samstag. «Als wir über die neue Strategie, nämlich die Schliessung der chirurgischen Bettenstation, informiert wurden, war die Bestürzung gross. Die Ankündigung löste Tränen aus; die Atmosphäre im Raum drohte zu ersticken.» Trotz vieler herausfordernder Situationen habe der Personalstab durch seine tägliche Arbeit in allen Bereichen die Versorgung für die Patienten sichergestellt. Die Qualität sei stets gehalten worden, auch wenn einige Kaderangestellte den Spitalverbund verlassen haben. Als bewährte und kompetente Mitarbeitende wolle man um den Erhalt des Arbeitsplatzes kämpfen. «Wir wollen den Standort Heiden für die Region erhalten.» Aus dem Kreis der Organisierenden war zu erfahren, dass es ihnen vor allem auch darum gehe, mit der Bevölkerung zu diskutieren. «Es gibt viele Missverständnisse. Die Bevölkerung soll wissen, was wir Mitarbeitenden denken.»

«Wir, das Personal vom Spital Heiden und des Spitalverbunds, wollen vorwärts schauen. Wir wollen die Grundversorgung in der Region sichern. Wir wollen Arbeitsplätze und Ausbildungsplätze erhalten. Wir wollen eine konstruktive Zusammenarbeit mit der Hirslanden Klinik am Rosenberg sinnvoll nutzen.» So heisst es unter anderem im Aufruf. Das Spital Heiden beschäftigt derzeit 280 Mitarbeitende, 40 davon sind Lernende.

Chirurgie wird aufgehoben, Stellen gehen verloren

Anfang September war informiert worden, dass die Chirurgie im Spital Heiden ab 2017 aufgehoben und stattdessen in die Hirslanden Klinik am Rosenberg verlegt werde. Damit verbunden seien auch Stellenkürzungen. Detailzahlen sind nicht erhältlich; es wurde lediglich bekanntgegeben, dass der Anteil der Chirurgie am Total des Spitals Heiden rund 23 Prozent ausmache.

Es ist äusserst selten, dass in Appenzell Ausserrhoden demonstriert wird. Das letzte Mal geschah dies im März 2001, als die Lehrkräfte vor dem Regierungsgebäude mehr Lohn forderten.