Jens Weber neu im Kantonsrat

TROGEN. Bei der Wiederholung der Kantonsratswahlen in Trogen wird neu Jens Weber gewählt. Er ersetzt den bisherigen FDP-Kantonsrat René Langenegger. Im Amt bestätigt wird Niklaus Sturzenegger. Die Reaktionen der Beteiligten fallen unterschiedlich aus.

Jesko Calderara
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Niklaus Sturzenegger Wiedergewählter FDP-Kantonsrat, Trogen (Bild: apz)

Niklaus Sturzenegger Wiedergewählter FDP-Kantonsrat, Trogen (Bild: apz)

Seit Sonntag ist der Ausserrhoder Kantonsrat wieder komplett. In Trogen erobert Jens Weber für die SP einen Sitz. Der Nationalratskandidat erhielt 469 Stimmen und lag damit über dem absoluten Mehr. Dieses lag bei 381 Stimmen. Klar im Amt bestätigt wurde der FDP-Kandidat Niklaus Sturzenegger. Wie bereits im Frühling erzielte er das beste Resultat. 634 Stimmberechtigte legten den Wahlzettel des Gemeindepräsidenten in die Urne. Das Nachsehen hatte der bisherige Kantonsrat René Langenegger. Dieser wurde mit 349 Stimmen abgewählt. Die Stimmbeteiligung lag bei hohen 64,9 Prozent.

Freude über Stimmbeteiligung

Die Reaktionen der drei Kandidierenden fiel unterschiedlich aus. Niklaus Sturzenegger hob insbesondere die hohe Stimmbeteiligung hervor. Darüber freue er sich sehr. «Ich werte dies als gutes Zeichen.» Den gewählten Kantonsräten gebe dies eine besondere Legitimation, sagte Sturzenegger. Den Grund für sein starkes Abschneiden sieht er im Bekanntheitsgrad. Er geniesse in Trogen offenbar einen Bonus, sagte Sturzenegger. «Grosse Teile der Wählerschaft haben sich für mich ausgesprochen.» Für ihn persönlich sei dieser Aspekt allerdings nicht entscheidend, sagte Sturzenegger.

Enttäuschung beim Verlierer

Erfreut über seine Wahl zeigte sich Jens Weber. «Das Ergebnis ist sehr deutlich ausgefallen.» Es gebe ihm viel Rückhalt für die Arbeit im Kantonsrat. Der Sprung ins kantonale Parlament sei für ihn mehr als ein Trostpflaster für die Niederlage bei den Nationalratswahlen, betonte Weber. Kurz fiel die Reaktion beim abgewählten René Langenegger aus. «Das Volk hat entschieden, und das gilt es zu akzeptieren.» Er freue sich über die Menschen, die ihn unterstützt hätten.

Wie im ganzen Kanton wurden auch in Trogen bereits am 12. April die Kantonsräte gewählt. Bereits damals siegte Niklaus Sturzenegger. Knapp war die Entscheidung um den zweiten Sitz. Langenegger erhielt nur gerade vier Stimmen mehr als sein Herausforderer Jens Weber. Für die Gesamterneuerungswahl hatte die Gemeinde Trogen drei Arten von Stimmzetteln versandt: Von der Gemeinde finanzierte leere (amtliche Wahlzettel), Stimmzettel mit Wahlvorschlägen der Parteien (nicht amtliche Wahlzettel) und Stimmzettel mit den Namen der bisherigen Amtsinhaber. Das Gesetz sieht letztere aber nicht vor.

Erfolg in zweiter Instanz

Aus diesem Grund legte der Trogner Rechtsanwalt Tim Walker gegen die Wahl eine Stimmrechtsbeschwerde ein. Durch die vorgedruckten, amtlichen Stimmzettel würden die bisherigen Kantonsräte bevorzugt, bemängelte er. Als erste Instanz hatte der Regierungsrat die Stimmrechtsbeschwerde abgewiesen. Er anerkannte den Mangel, beurteilte jedoch die Wahlunterlagen als ausreichend neutral. Anschliessend zog Walker den Fall ans Obergericht weiter, das die Stimmrechtsbeschwerde guthiess. Gestern fand deshalb der zweite Wahlgang statt.

Jens Weber Neugewählter SP-Kantonsrat, Trogen (Bild: apz)

Jens Weber Neugewählter SP-Kantonsrat, Trogen (Bild: apz)

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