Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Jeder kann Töfflibueb werden

Im Appenzellerland gibt es ein neues Angebot. Gruppen ab zwei Personen können eine Töfflitour durch die Hügellandschaft unternehmen. An der Premiere war ein prominenter Fahrer anwesend.
Karin Erni
Neben «Bassimist» Dani Ziegler sind künftig noch mehr Töfflifahrer im Appenzellerland unterwegs. (Bild: KER)

Neben «Bassimist» Dani Ziegler sind künftig noch mehr Töfflifahrer im Appenzellerland unterwegs. (Bild: KER)

«Du muesch d’Pedale hingerachetschauppe», sagt Felix Berger. Der Berner ist Inhaber einer Eventfirma und Herr über die Töffli, die vor dem Zeughaus Teufen bereitstehen. Die Zweitakter warten darauf, mit den geladenen Journalistinnen und Journalisten eine Ausfahrt ins Appenzellerland zu unternehmen. Beim zweiten Versuch klappt das Ankicken gemäss Anweisung und das Motörli knattert munter vor sich hin. Ein bisschen fühlt sich die Schreibende in die Pubertät zurückversetzt, als der «Sackgeldverdunster» unter dem Hintern ein Stück Freiheit und Unabhängigkeit von Eltern und Erwachsenenmief versprach.

Heute geht die Fahrt aber nicht zum Jugendtreff, sondern im Konvoi über Bühler und die Wissegg in Richtung Trogen. «Wir bieten die Töfflitour für Gruppen ab zwei Personen an», sagt Stephen Häberli von der Eventorganisationsfirma Abenteuer-Zeitreisen Topaz in Teufen. Er hat eine Kooperation mit der Berner Berger Events abgeschlossen. Diese bietet das Töffli-Erlebnis bereits an sieben Destinationen in der Schweiz an. Mit von der Partie ist an diesem Dienstagmorgen auch Dani Ziegler. Der Töfflibueb der ersten Stunde ist einem breiteren Publikum aus der Fernsehserie «SRF bi de Lüüt» bekannt, wo er zusammen mit Kabarettistenkollege Simon Enzler die Südschweiz und Italien unsicher machte.

«Tubelisicher» unterwegs

20 Mofas stehen in Teufen bereit. Falls sich grössere Gruppen anmelden, kann die Flotte mit 20 E-Mountainbikes ergänzt werden. Es lassen sich auch noch zusätzliche Fahrzeuge von anderen Stationen dazumieten. Den Töfflibuebe und -meitli stehen zwei Routen zur Auswahl. Die Normalroute führt in 44 Kilometern über Trogen auf den St. Anton und über Speicher zurück nach Teufen. Die kleinere Feierabendrunde geht nach Trogen mit einem Abstecher auf die Waldegg. Damit man den Weg sicher findet, erhält man ein «Offline-Navi» in Form eines laminierten Büchleins, das auf dem Lenker befestigt wird. Dieses zeigt mit «tubelisicheren» Bildern an jeder Kreuzung die richtige Abzweigung. «Die Gäste können aber auch eine Tour nach eigenen Wünschen unternehmen», sagt Stephen Häberli. «Da sind sie vollkommen frei.» Die übrige Ausrüstung ist dagegen sehr modern. Die Töffli vom slowakischen Hersteller Tomos sind neuwertig und die Helme verfügen über ein integriertes Visier. «Wir geben den Gästen einen Hygieneunterzieher mit, damit die Helme sauber bleiben», sagt Häberli. Er instruiert die Gruppen jeweils vor der Abfahrt und zeigt ihnen die Handhabung des Fahrzeugs. Diese ist jedoch kinderleicht, wie sich zeigt. Die Töffli sind Automaten, das Schalten entfällt. Steigungen meistern sie recht gut. Nur bei sehr steilen Strässchen und grossem Körpergewicht muss der Fahrer mit den Pedalen etwas nachhelfen. Im Unterscheid zu früher fällt auf, dass die Töffli locker 45 Stundenkilometer schaffen. «Die schnellen E-Bikes gehören in die selbe Fahrzeugkategorie und dürfen auch so schnell fahren», erklärt Felix Berger. Dabei ist ein Führerschein der Kategorie M Pflicht, Kinder ab 14 Jahren mit einem Mofa-Ausweis fahren in Begleitung eines Erwachsenen. Wer Skrupel hat wegen der Umweltverschmutzung durch die Zweitakter, muss sich keine Sorgen machen. «Wir kompensieren die Emissionen in einem Umweltprojekt.»

Wenn die Abenteuerer der Durst übermannt, können sie in Bühler bei der Goba ein kostenloses Getränk beziehen. Von diesem Angebot muss Dani Ziegler indes nicht Gebrauch machen. Sein «Chlapf» der Marke Condor-Puch verfügt über eine praktische Einrichtung an der Vordergabel, die das Mitführen einer Dose «Quöllfrisch» ermöglicht.

Bei jedem Wetter machbar

Auf der Wissegg liegt eine dicke Wolkenwand. Sie verheisst nichts Gutes. Und tatsächlich – schon bald prasseln dicke Regentropfen aufs Visier des Helms. Gut, dass es bergab geht und der Landsgemeindeplatz von Trogen schnell erreicht ist. Hier wird kurz Halt gemacht. Weil die Prognosen nicht optimistisch stimmen, wird die Pelerine montiert, die bei jedem Töffli im Gepäckfach liegt. «Etwas Gutes hat der Regen, sagt Stephen Häberli. «So können wir zeigen, dass man unsere Töffli-Tour bei jedem Wetter machen kann.»

Hinweis

Mehr Infos unter

www.appenzellerland.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.