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«Jeder darf tragen, was er will»

Nachgefragt
Roger Fuchs

Die Diskussion zur Tracht von Stixi & Sonja ist auch vom Ausserrhoder Brauchtumskenner Walter Frick registriert worden. Wer was tragen darf, ist seinen Ausführungen zufolge aber nicht gesetzlich geregelt. Er selbst würde nie Lederhosen anziehen.

Walter Frick, wie haben Sie reagiert, als Sie die beiden Ausserrhoder Stixi & Sonja auf Facebook in Innerrhoder Tracht sahen?

Ich habe mich primär gefragt, warum die beiden eine Innerrhoder Tracht tragen. Tun sie es zu Showzwecken, um damit besser anzukommen, oder haben sie diese Tracht getragen, weil sie sich darin wohlfühlen? Persönlich habe ich aufgrund des Facebook-Eintrages den Eindruck, dass eher Ersteres der Fall ist.

Was ist denn so schlimm, wenn jemand zu Showzwecken eine Tracht trägt?

Schlimm ist das falsche Wort. Ich finde es einfach schade, wenn die Tracht zur Show missbraucht wird, nur um damit mehr Erfolg zu haben. Ganz grundsätzlich ist es aber schon so, dass jeder tragen darf, was er will. Es gibt keine Gesetzgebung, die jemandem das Tragen einer Tracht verbieten würde.

Also ganz nach dem Motto «Leben und Leben lassen».

Jeder, der eine fremde Tracht trägt, muss halt auch mit Reaktion rechnen und dumme Sprüche aushalten können. Was ich aber ebenfalls sagen muss: Es gibt ein paar ungeschriebene Gesetze; beispielsweise, dass man mit kurz geschnittenen Haaren in einer Tracht auftritt.

Gibt es weitere Fettnäpfchen, in die man nicht treten soll- te, wenn man eine Tracht trägt.

Überhaupt nicht gehen würde, wenn jemand eine Original-Tracht mit billigem Kitsch kombiniert. Bei den Frauen ist es auch so, dass nicht gerne gesehen wird, wenn diese ihr Gesicht komplett schminken. Es ist also auf ein möglichst natürliches Aussehen zu achten, und man sollte sich nicht zu künstlich präsentieren. Natürlich könnte eine Frau auch mit orangen oder pinkigen Fingernägeln in einer Tracht auftreten. Doch sie muss sich dann nicht wundern, wenn sie kritisiert wird.

Inwiefern hängen emotionale Reaktionen beim Tragen einer fremden Tracht auch mit Verlustängsten zusammen?

Im weitesten Sinn kann es das vielleicht auch geben. Aber nochmals: Eine Person, die eine Tracht anzieht, muss sich darin wohlfühlen. Ich würde beispielsweise nie in Lederhosen schlüpfen, nur weil es diese in jedem Warenhaus zu kaufen gibt. Ich gehöre einfach nicht in eine Oktoberfest-Tracht.

Roger Fuchs

roger.fuchs@appenzellerzeitung.ch

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