«Jede Ziege ist schön»

WATTWIL. Am Samstag fand sich alles was unter Ziegenhaltern Rang und Namen hat in Wattwil zur 6. Nationalen Geissenschau ein. Andrea Ziegler ist 4. Geisskönigin.

Katharina Rutz
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Publikumsliebling Zorro mit Besitzer Roman Bamert und Rebekka Valenta, Geisskönigin 2010. (Bilder: Katharina Rutz)

Publikumsliebling Zorro mit Besitzer Roman Bamert und Rebekka Valenta, Geisskönigin 2010. (Bilder: Katharina Rutz)

Wattwil. «Jede Ziege ist schön», sagt Hanspeter Koch aus Mosnang. Er muss es wissen, ist er doch OK-Präsident der 6. Nationalen Geissenschau in Wattwil mit 635 angemeldeten Ziegen. «Beim Melken kommen mir jeweils die besten Gedanken und bei den Tieren kann ich mich ausgezeichnet erholen», sagt der Ziegenhalter. Seine Rasse sind die Appenzeller Ziegen. Und obwohl er jede Ziege schön findet, «aufs Euter kommt es schliesslich an», ergänzt er. Dafür, dass die Geissen an der Schau nicht den ganzen Tag mit zu prallem Euter verbringen müssen, sorgt der Tierarzt, der jede Ziege kontrolliert. «Unter Umständen muss der Ziegenhalter sein Tier erst melken, bevor es am Morgen in die Halle darf», sagt Hanspeter Koch. «Uns ist es sehr wichtig, dass die tierschützerischen Vorgaben eingehalten werden.»

12 Rassen vor Ort

Die Nationale Geissenschau in Wattwil zeigt insgesamt 12 Rassen und somit einen grossen Teil der Ziegenvielfalt. Ziel der Schau ist nicht nur das Prämieren der Schönsten, sondern auch die Ziege und ihre Produkte einem breiten Publikum näher zu bringen. So werden an verschiedenen Ständen Käse und Würste zur Degustation angeboten und verkauft. Die Züchter kommen aus der ganzen Schweiz nach Wattwil, um ihre Saanen-Ziegen, Gemsfarbigen Gebirgsziegen, Bündner Strahlenziegen, Walliser Schwarzhalsziegen, Pfauenziegen, Kupferhals-Ziegen, Capra Grigia Ziegen und so weiter zu präsentieren.

Am Geruch erkennbar

Am Mittag werden die stolzen Böcke präsentiert und mit ihnen weht auch der beissende, aber typische Ziegenbock-Geruch durch die Wattwiler Markthalle. Schön und erhaben anzuschauen sind die Böcke mit ihren langen Bärten, den Stirnlocken und teilweise mächtigen Hörnern trotzdem. Zu jedem Bock hat der Experte lobende Worte parat. Dann heisst es Bühne frei für die drei Kandidatinnen der Geissköniginnen-Wahl. Andrea Ziegler, Rahel Schweizer und Tamara Rodriguez stellen sich dem Publikum und der Jury zur Wahl. Schliesslich präsentierten die Züchter ihre schönsten Tiere zur Mutter-Tochter-Prämierung. Dabei ist den Experten wichtig, dass die Tochter das Zuchtziel der einzelnen Rassen gar noch besser erreicht als die Mutter.

Melken können sie

Im Anschluss daran versuchen die Geissköniginnen-Kandidatinnen, das Publikum von ihren Qualitäten rund um die Ziegen zu überzeugen. Eine Appenzeller Ziege soll gemolken werden. Der Reihe nach versuchen die drei Kandidatinnen ihr Glück und siehe da, die Milch fliesst tatsächlich in den Eimer.

Zorro ist der Liebling

Ganz am Schluss des Schautages tritt der Publikumsliebling auf. Zorro, ein Walliser Schwarzhals-Ziegenbock, erhält die meisten Stimmen aus dem Publikum und sein Besitzer Roman Bamert aus Tuggen darf eine von Toni Brunner gestiftete Stabelle dafür mit nach Hause nehmen. Zorro beeindruckte durch seine riesigen Hörner und sein langes Fell, das fast bis zum Boden reichte.

Rangliste (Auszug): Toggenburger Züchter im 1. Rang: Appenzeller Ziegenböcke: Guido von Rolf Altherr, Wattwil; Dieter von Reto Brändle, Oberhelfen- schwil; Nico von Hans Steingruber, Ebnat-Kappel Appenzeller Ziegen: Susi von Hans Steingruber, Ebnat-Kappel; Ronja von Hanspeter Koch, Mosnang, Melina von Hanspeter Koch, Mosnang Gemsfarbige Gebirgsziegenböcke: Sepp von Chris Alder, Hoffeld Bündner Strahlenziegen: Fiona von Hansruedi Niederer, St. Peterzell Capra Grigia Ziegenböcke: Laban von Ruedi Pulfer, Wattwil Capra Grigia Ziegen: Lupa von Ruedi Pulfer, Wattwil Vollständige Rangliste unter www.geissenshow.ch

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