«Jede RS ist wieder anders»

Nachgefragt

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Bruno Fanetti ist Leiter des Verpflegungszentrums Herisau-Goss­au und eidg. dipl. Küchenchef. Einmal pro Woche unterrichtet er am Berufs- und Weiterbildungszentrum Toggenburg in Wattwil. Das sei ein guter und interessanter Ausgleich zur Arbeit in der Kaserne.

Bruno Fanetti, seit wann sind Sie Leiter des Verpflegungszentrums Herisau-Gossau?

Seit Januar 2010.

Was wird unter dem Begriff Verpflegungszentrum zusammengefasst?

In der Armee gilt der Grundsatz, dass jeder Angehörige bedarfsgerechte Verpflegung ab eigener Truppenküche erhält. Durch das Bündeln von Ressourcen in allen Bereichen – auch auf den Waffenplätzen – entstanden 2005 die ersten Verpflegungszentren.

Ihr Berufsalltag ist eine Aneinanderreihung von Rekrutenschulen. Wird das mit der Zeit nicht etwas langweilig?

Nein, denn jede Rekrutenschule ist wieder anders. Es kommen immer wieder neue Berufsleute, also Küchenchefs und Truppenköche, mit unterschiedlichem beruflichem Hintergrund.

Die Küchenchefs, die für einige hundert Personen kochen, sind noch sehr jung. Viele kommen wahrscheinlich gerade aus der Lehre. Wie werden sie auf ihre neue Aufgabe getrimmt?

Wir coachen die Küchenchefs ­ zu Beginn der Rekrutenschule sehr eng und unterstützen sie vor allem beim Erstellen der ­Verpflegungspläne und Bestellungen.

Haben Sie selber diesen Weg auch durchlaufen, also Kochlehre, vielleicht etwas Praxis als Koch und dann bereits Küchenchef einer RS?

Ich bin direkt nach der Lehre als Truppenkoch in die RS nach Brugg gekommen und nach einer ganzen RS habe ich anschliessend den Küchenchef abverdient.

Welches sind die beruflichen Vorteile, wenn ein junger Koch diesen Weg geht?

Die jungen Berufsleute können schon sehr früh in ihrer Karriere eine Küche führen, und das inklusive Menuplanung und Bestellungen, hier sogar schon ab der zweiten RS-Woche. Dies wäre in der Privatwirtschaft im Alter von ungefähr 20 Jahren sicherlich unmöglich.

Und was lernen sie fürs ­Leben?

Sie machen früh Führungserfahrungen und lernen, sich gegen fast gleichaltrige Kollegen durchzusetzen. (eg)