Jazzmusik
Konsequent den eigenen Weg gehen: Innerrhoder Musikerin Karin Streule legt ein neues Album vor

Die in der Innerschweiz lebende Brülisauerin präsentiert nach coronabedingter Pause mit «schlääzig» eine neue CD. Darin koppelt sie Volksmusik mit jazzigen Elementen sowie mit Folk und Pop. Dadurch entsteht eine Musik, die durch ihre Eigenwilligkeit und Originalität besticht.

Martin Hüsler
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Karin Streule gibt mit der CD «schlääzig» eine weitere Kostprobe ihrer musikalischen Eigenständigkeit.

Karin Streule gibt mit der CD «schlääzig» eine weitere Kostprobe ihrer musikalischen Eigenständigkeit.

Bild: PD

«I bi dankbar för alli … wo mii vor allem mii selber see lönd» – diese Wortpassage aus dem ersten Track mit dem Titel «Lebe» ihrer neuen CD ist programmatisch für Karin Streule. Sich selber sein wollen, im Leben, in der Musik. Das zieht sich durch das ganze Dutzend Titel, die auf «schlääzig» vereinigt sind. Es ist die dritte Silberscheibe der in Brülisau aufgewachsenen Bauerntochter, in deren Leben die Musik seit Kindesbeinen eine wichtige Rolle spielt. Unterdessen ist Karin Streule Mutter zweier Buben und lebt mit ihrer Familie in Weggis.

Sie hat, wie alle öffentlich Auftretenden, die Einschränkungen der Coronamassnahmen seit nunmehr geraumer Zeit nachhaltig zu spüren bekommen. Konzerte mit Publikum gab es seit Monaten keine mehr. Wegen des zwangsläufigen Verstummens hat Karin Streule der Musik freilich nicht entsagt. Sie nutzte zusammen mit ihrer fünfköpfigen Band die «freie Kapazität», um nach «hierig» und «töörig» mit «schlääzig» ein weiteres Album zu produzieren. Die Inspiration dazu sei schon lange da gewesen, lässt sie wissen.

Unverwechselbarer Musikstil

Herausgekommen ist ein von Originalität geprägtes Abbild Streule’scher Unverwechselbarkeit. Durch alle zwölf Stücke zieht sich ihr Bekenntnis zu ihren Wurzeln, sei es in der Sprache, sei es im Musikalischen. Da innerrhodert es stellenweise ganz zünftig. Anleihen bei bekannten (auch nichtappenzellischen) Volksliedern fehlen ebenso wenig wie das Hereinholen von melodischen Ingredienzien volkstümlichen Zuschnitts in ihre ureigene musikalische Welt. Teils witzig und teils verspielt, oft experimentell und beherzt kommen die einzelnen Kompositionen und Arrangements daher, in den Texten dem Poetischen wie dem Neckischen Raum gewährend. Begleitet wird Karin Streule – sie ist mit der Gabe des absoluten Musikgehörs beschenkt – von ihrer Band, in die sie sich immer wieder auch selber instrumental einklinkt.

Wenn alles gut geht, gastiert Karin Streule demnächst im Dorf ihrer Herkunft. Im Terminkalender vorgemerkt ist jedenfalls ein Auftritt im Rahmen der Bastian-Konzerte am 19. Juni, 19.30 Uhr, in der Kirche Brülisau.