«Jazz-Stobete» mit Claude Diallo

Am Mittwoch startet der Pianist zusammen mit dem Ostschweizer Jazz Kollektiv in eine zwölfteilige Konzertreihe durch das Appenzellerland.

Nadine Küng
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Der Pianist Claude Diallo möchte auf die Ostschweizer Jazzszene aufmerksam machen.

Der Pianist Claude Diallo möchte auf die Ostschweizer Jazzszene aufmerksam machen.

Bild: Urs Bucher

Im Jahr 2020 wird im Appenzellerland vermehrt Jazzmusik erklingen – mit monatlichen Konzerten möchte der international erfolgreiche Pianist Claude Diallo zusammen mit dem Ostschweizer Jazz Kollektiv auf die lokale Jazzszene aufmerksam machen.

Drei Herisauer am Eröffnungskonzert

Am kommenden Mittwoch findet in der Stuhlfabrik in Herisau das erste Konzert der zwölfteiligen Reihe statt. Claude Diallo wird anwesend sein und durch den Abend führen. Zwischendurch wird er selber mit den Bands mitspielen. Diese bestehen jeweils aus Mitgliedern des Ostschweizer Jazz Kollektivs. Drei der vier Musiker, die beim Eröffnungskonzert auftreten werden, stammen aus Herisau: Eugenio Steiner am Altsaxofon, Marcel Waldburger am Klavier und Lukas Meier am Schlagzeug. Der Bassist Gabriel Meyer kommt aus Mörschwil.

Nach dem Start in Herisau führt die Reihe durch elf weitere Gemeinden im Appenzellerland. Jeden Monat tritt eine andere Band auf. «Es ist eine Premiere, dass wir nicht immer am gleichen Ort spielen», sagt Diallo. Bisher fanden regelmässig am dritten Mittwoch im Monat öffentliche Jam-Sessions im Restaurant Harmonie in Wolfhalden statt. Diese werden auch während der Konzertreihe weitergeführt.

Anschliessend an Konzerte Jam-Sessions für alle

Im Anschluss an die Konzerte besteht jeweils bei einer Jam-Session oder «Jazz-Stobete» die Möglichkeit, mitzuspielen. «Jeder ist als Zuhörer herzlich willkommen. Wenn einige noch einen musikalischen Teil beitragen können und wollen – umso schöner», sagt Diallo.

Ziel der Reihe ist es, die lokale Jazzszene einem breiteren Publikum bekannt zu machen. Ausserdem sollen wenig bekannte Musiker dadurch Auftrittsmöglichkeiten erhalten.

Claude Diallo lebte elf Jahre lang in New York. Zurück in der Schweiz liess er sich von den Erfahrungen, die er dort sammelte, inspirieren:

«Die Jazzszene in New York ist gross, die Musiker kennen sich alle untereinander. In der Ostschweiz ist das völlig anders.»

Er nimmt Bezug auf seinen aktuellen Wohnort Trogen: «Selbst in solch kleinen Dörfern sind die Leute musikalisch nicht selten allein unterwegs.» Claude Diallo hält die Vernetzung von Ostschweizer Jazzmusikern deswegen für eine Notwendigkeit. 2014 startete das Ostschweizer Jazz Kollektiv mit 55 Mitgliedern, alle waren Bekannte von Diallo. «Es ist erstaunlich, was inzwischen daraus entstanden ist. Mittlerweile sind wir über 500 Musizierende aus den Kantonen Appenzell Innerrhoden und Ausserrhoden, St.Gallen, Graubünden und Thurgau», freut sich der Pianist.

Auf www.ojkjazz.com sind alle Konzertdaten zu finden.