JAHRESERGEBNIS: In die Digitalisierung investieren

Weltpolitisches wie der Brexit oder die Trump-Wahl prägen die Finanzbranche. Dennoch blickt die Appenzeller Kantonalbank auf ein gutes Jahr zurück. Nebst Veränderungen setzt man auch auf Bewährtes.

Roger Fuchs
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Roger Fuchs

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@appenzellerzeitung.ch

«In den nächsten 10 bis 15 Jahren wird sich auch im Appenzellerland das Bankengeschäft verändern», sagte Roman Boutellier, Bankratspräsident der Appenzeller Kantonalbank, an der gestrigen Medienkonferenz zum Jahresabschluss 2016. Konkret spielte er damit auf die laufende Digitalisierung an. In dieser Situation sei es umso wichtiger, dass die Appenzeller Kantonalbank ihre Stärke, den persönlichen Kontakt mit den Kundinnen und Kunden, ausbaue. «Wir machen auch viele Finanzierungen im Gewerbebereich und in der Landwirtschaft», so Boutellier. Diese seien nicht standardisiert, da brauche es die persönliche Beratung.

Roman Boutellier ist vor rund eineinhalb Jahren zum Bankratspräsidenten gewählt worden. Eine Aufgabe, die von ihm auch einen Lernprozess erforderte, wie er gestern bilanzierte. 25 Tage lang habe er sich weiterbilden lassen, um das Bankenwesen besser zu verstehen. Dass die Appenzeller Kantonalbank mit der Fokussierung auf die persönliche Beratung auf einen aussterbenden Ast setze, wollte Bankleiter Ueli Manser so nicht stehen lassen. Es gelte, den IT-Bereich auszubauen, und gleichzeitig das andere, den Kundenkontakt, nicht auf der Seite zu lassen. «Wir spüren in der globalisierten Welt, dass es auch einen Gegentrend geben kann und die Leute das Persönliche wieder als Vorteil werten.»

Eigenkapital steigt um zwölf Millionen Franken

Mit Blick auf das vergangene Jahr sagte Roman Boutellier, dass dieses von grosser Unsicherheit geprägt war. Konkret nannte er den Brexit, die Wahl von Trump und auch die Migrationssituation. Dennoch sei es ihnen gelungen, auf der operativen Ebene ein ähnlich gutes Resultat zu erzielen wie im Vorjahr. Der Geschäftserfolg 2016 liegt mit 18,7 Millionen Franken leicht unter Vorjahresniveau. 7,45 Millionen Franken werden an den Kanton abgeliefert, das Eigenkapital steigt um 12 Millionen Franken auf 270 Millionen Franken an.

Wichtigster Ertragspfeiler der Appenzeller Kantonalbank ist das Zinsengeschäft. Obschon gemäss Ueli Manser der Zinsertrag aus den Hypotheken leicht zurückging, konnte der Bruttoerfolg aus diesem Bereich dank tieferen Zinsaufwänden und um fünf Prozent höherem Ausleihungsvolumen um 2,6 Prozent gesteigert werden. Unter dem Strich resultierte im Vergleich zum Vorjahr ein leicht höherer Netto-Zinserfolg. Der Geschäftsaufwand erhöhte sich im Berichtsjahr um 1,2 Millionen Franken. Grund: Der Personalaufwand stieg um gut 100 000 Franken an, während der Sachaufwand um 1,1 Millionen Franken nach oben kletterte. «Dies wegen Investitionen im IT-Bereich», wie Ueli Manser sagte. Die Bilanzsumme der Appenzeller Kantonalbank knackte im 2016 die 3-Milliarden-Grenze und erreichte per Ende des Jahres einen Stand von 3,1 Milliarden Franken.

Die Hypothekarforderungen stiegen um 130 Millionen auf gesamthaft 2,5 Milliarden Franken an. Gleichzeitig sind der Bank auch neue Kundengelder zugeflossen und deren Bestand lag per Ende 2016 ebenfalls bei rund 2,5 Milliarden Franken. Veränderungen im Kader und im Bankrat gab es keine. Die Appenzeller Kantonalbank umfasst 83 Vollzeitstellen, davon zehn Lernende.

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