Jahr der Jubiläen

An der Kantonaltagung der Landfrauenvereinigung Appenzell Ausserrhoden steht nebst den Jubiläen auch der abgelehnte Antrag zur Beitragserhöhung im Mittelpunkt.

Markus Fässler
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275 Landfrauen haben gestern an der Kantonaltagung in Heiden teilgenommen. (Bild: mf)

275 Landfrauen haben gestern an der Kantonaltagung in Heiden teilgenommen. (Bild: mf)

Heiden. Petrus meint es gut mit den Ausserrhoder Landfrauen: An der gestrigen Kantonaltagung herrschte perfektes Frühlingswetter. Ebenso frühlingshaft war die Dekoration, die die Gemeindesektion Heiden als Gastgeberin vor und in der evangelischen Kirche Heiden bereitgestellt hatte. Diese feierte übrigens im letzten Jahr ihr 75-Jahr-Jubiläum.

Ums eigene «Ländli» besorgt sein

2009 beging auch der Kantonalverband der Landfrauenvereinigung Appenzell Ausserrhoden dasselbe Jubiläumsjahr unter dem Motto «Guet, get's d'Appezeller Landfraue – mer sönd Fraue vom Land». Diesen Aspekt nahm Präsidentin Andrea Schläpfer bei ihren einleitenden Worten gleich als Motto für eine gemeinsame Zukunft.

Denn was bedeutet dieser Spruch genau? «Die Landfrauen pflegen beispielsweise die Landschaft», sagte Schläpfer. Sie rief die 275 stimmberechtigten Landfrauen dazu auf, noch mehr um das eigene «Ländli» besorgt zu sein und dieses in gutem Zustand an die Kinder oder Grosskinder weiterzugeben.

Antrag abgelehnt

In ihrem Jahresrückblick kam die Präsidentin insbesondere auf den an der letzten Kantonaltagung beschlossenen Antrag an den Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverband (SBLV) – den Beitrag um drei, statt um fünf Franken zu erhöhen – zu sprechen. An der Delegiertenversammlung vom April 2010 wurde dieser Antrag jedoch abgelehnt. «Es war aber erfreulich, dass auch andere Delegierte der gleichen Meinung wie wir waren», so Andrea Schläpfer.

Danebst nahmen die Jubiläen ihren Platz ein. Denn 11 von 19 Gemeindesektionen feierten 2010 entweder ihr 50- oder 75-Jahr-Jubiläum. Haben sich früher noch diverse Gemeinden zusammengeschlossen, sind heute alle selbständig. Für den Kantonalverband sei diese Bewegung sehr spannend zu verfolgen, so die Präsidentin. Dass die Landfrauen in der Öffentlichkeit stark wahrgenommen würden, zeigte einmal mehr die Landfrauen-Aktion in der Appenzeller Zeitung. Über den Advent erschienen dort mehrere Menüvorschläge. Das positive Echo sei enorm gewesen. Noch heute werden die Landfrauen gemäss Aussage von Andrea Schläpfer auf der Strasse deswegen angesprochen.

Geschenk an die Landfrauen

Neben Heidens Gemeindepräsident Norbert Näf und Ruth Streit, SBLV-Präsidentin, war auch Regierungsrätin Marianne Koller zu Gast an der Kantonaltagung. Dass 2011 das europäische Jahr der Freiwilligenarbeit ist, passte zum gestrigen Anlass. «Die Freiwilligenarbeit ist stark von Frauen geprägt», sagte Marianne Koller. Dies sei auch an der Kantonaltagung der Fall. Die Landfrauen leisteten einen Beitrag an das Erscheinungsbild des Dorfes. «Das ist wichtig, wir brauchen lebendige Dörfer.»

Denn es sind die Landfrauen, die an diversen Anlässen, wie etwa einer Viehschau, einen grossen Teil der Arbeit übernehmen. Für einmal sollten dann auch sie beschenkt werden. Marianne Koller brachte ein kleines, aber symbolisches Geschenk mit nach Heiden. Alle Landfrauen erhielten von der Regierungsrätin einen Beutel mit Blumensamen geschenkt. So sollen in rund 300 Ausserrhoder Blumenbeeten die Blumen blühen, und gleichzeitig könne man sich an den heutigen Tag erinnern, so Koller.

Vermögen gestiegen

Die laufende Kasse des Kantonalverbandes weist Einnahmen von rund 21 000 Franken auf, dies bei Ausgaben von gegen 19 500 Franken. Das Vermögen beträgt zum 31.12.2010 knapp 22 000 Franken. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies eine Zunahme von 1900 Franken. Dies kam unter anderem zustande, da die Jubiläumskasse aufgelöst und in die laufende Kasse übertragen worden war. Die Jahresrechnung wurde ebenso wie alle restlichen Traktanden einstimmig genehmigt.

Nach der Versammlung erzählte Landfrau Anita Brunner aus Degersheim aus ihren persönlichen Erfahrungen zum Thema «In den Fängen einer Sekte.»