Jagdsaison verläuft nach Plan

TOGGENBURG. Obwohl der Rotwildbestand und damit die Abschussquote in den vergangenen Jahren ständig gewachsen sind, sind die Toggenburger Jäger im Soll. Ziel der Jagd ist es aber nicht nur, den «Pfeffer» auf den Teller zu bringen. Es sollen vielmehr Schäden durch Wild verhindert werden.

Urs M. Hemm
Drucken
Teilen
Aufgabe der Jäger ist es, den Bestand an Wild in den Wäldern zu regulieren. Ansonsten droht eine Übernutzung des Lebensraums der Wildtiere. (Bild: Urs Bucher)

Aufgabe der Jäger ist es, den Bestand an Wild in den Wäldern zu regulieren. Ansonsten droht eine Übernutzung des Lebensraums der Wildtiere. (Bild: Urs Bucher)

Insgesamt sei er mit der bisherigen Jagdsaison zufrieden, sagt Urs Büchler. Er ist Wildhüter des Kreis 6, zu welchem die Gemeinden Wildhaus-Alt St. Johann, Nesslau, Ebnat-Kappel, Lichtensteig, Hemberg sowie Teile von Wattwil und der Gemeinde Neckertal gehören. Damit fällt in seinen Zuständigkeitsbereich auch die Verantwortung für die Region Toggenburg in der Rotwild-Hegegemeinschaft 1, welche im Toggenburg die Gebiete von Wildhaus-Alt St. Johann bis Nesslau umfasst. Ausserdem gehören die Regionen Werdenberg, See/Gaster sowie Seeztal Nord dazu (siehe Kasten). «Für die diesjährige Jagdsaison wurden für die ganze Hegegemeinschaft 501 Stück Rotwild zum Abschuss freigegeben, wovon 103 auf das Toggenburg entfallen.» Zwar werde es immer schwieriger, bei den ständig steigenden Abschusszahlen die Vorgaben zu erfüllen, doch bis jetzt seien die Jäger im Soll.

Bestand regulieren

Der Abschuss der Tiere kann aber nicht wahllos erfolgen, sondern ist gemäss der Geschlechterverteilung sowie der Altersstruktur im Bestand genau geregelt. «Im Toggenburg wurde das Verhältnis 16 zu 87 vorgegeben. Das heisst, dass auf 16 Hirsche 87 Hirschkühe und Jungtiere, sogenanntes Kahlwild, geschossen werden müssen», erläutert Urs Büchler. Bis zum 15. Oktober wurden so im Toggenburg 14 Hirsche und 45 Stück Kahlwild erlegt. «Wenn es so weitergeht, bin ich zuversichtlich, dass wir bis zum Ende der Jagdsaison Mitte Dezember die Abschussquote in unserem Gebiet erfüllen können», sagt er.

Ziel der Jagd ist es nicht nur, die Restaurants mit Wildspezialitäten zu beliefern, sondern durch selektive Bejagung die Bestände zu reduzieren. «Der Hirschbestand hat sich in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt, so dass es vermehrt zu Konflikten mit der Land-, Alp- und Forstwirtschaft wegen Wildschäden an Kulturland oder an Bäumen kommt.» Hier sei es Aufgabe der Jäger, regulierend einzugreifen, zumal auch der Lebensraum der Tiere mittelfristig durch Übernutzung an seine Grenzen stosse, sagt Wildhüter Urs Büchler.

Ordnung historisch gewachsen

Welche Reviere einer Rothirsch-Hegegemeinschaft angehören, ist in der kantonalen Jagdordnung festgehalten und war ursprünglich abhängig vom Bestand, sagt Markus Brülisauer vom Fachbereich Jagd im kantonalen Amt für Natur, Jagd und Fischerei. Da im Unteren Toggenburg bei der Einteilung der Hegegebiete das Rotwildvorkommen eher gering war, gehören die Reviere von Wildhüter Max Stachers Kreis 7 nicht dazu. Er betreut unter anderem Reviere in den Gemeinden Bütschwil-Ganterschwil, Wattwil, Oberhelfenschwil, Lütisburg, Mosnang, Kirchberg, Neckertal. «Da wir keiner Hegegemeinschaft angehören, haben wir auch keine Abschussquote zu erfüllen», sagt er. Dennoch haben die Jäger grundsätzlich die gleichen Aufgaben zu erfüllen wie ihre Kollegen in den Hegegemeinschaften. «Auch wir müssen eine Bestandsaufnahme von Rotwild in unserem Gebiet machen und gemäss dieser die Anzahl Abschüsse von Hirschen respektive weiblichen und jungen Tieren bestimmen.» Gemäss Max Stacher laufe die Jagd bis zum jetzigen Zeitpunkt gut, obwohl auch in seinem Gebiet der Wildbestand ständig zunehme. «Ich denke aber, dass wir damit gut umgehen können», so Max Stacher.

Aktuelle Nachrichten