Jagdkapelle trifft «Swiss Lady»

Pepe Lienhard spielte einen Sommer lang mit Marius und der Jagdkapelle Kindermusik. Nun erscheint ein Album mit den Liedern der Tournée. Der Teufner Marius Tschirky erzählt, wie es zur Zusammenarbeit mit dem Swing-König kam.

Michael Genova
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Marius Tschirky, Bandleader der Jagdkapelle, in seinem Atelier in St. Gallen – mit seiner Familie lebt er in Teufen. (Bild: mge)

Marius Tschirky, Bandleader der Jagdkapelle, in seinem Atelier in St. Gallen – mit seiner Familie lebt er in Teufen. (Bild: mge)

ST. GALLEN/TEUFEN. Marius und die Jagdkapelle gehören zu den Grossen der Schweizer Kindermusikszene. Zu ihrem zehnten Geburtstag machte sich die Band ein besonderes Geschenk: Sie überzeugte Altmeister Pepe Lienhard von einer Zusammenarbeit. «Zu unserer Musik passt eine Big Band – und wir wollten die Besten», sagt Bandleader Marius Tschirky. Pepe Lienhard und seine Horns sagten zu und gingen im Sommer mit der Kindermusikgruppe in der Deutschschweiz auf Tournée.

Lienhard, ein Gentleman

Den ersten Kontakt mit Pepe Lienhard stellten die Musik-Jäger über das Freddy Burger Management her, die Musikagentur, die auch Udo Jürgens betreute. Auf die Zusage von Lienhard folgte ein erster Besuch an seinem Wohnort in Frauenfeld. Man war sich auf Anhieb sympathisch. Er sei ein Gentleman, einer der alten Garde, sagt Marius Tschirky über den grossgewachsenen Lienhard, der schon mit Frank Sinatra gespielt hat. «Er hat grosse Hände, grosse Füsse und ein grosses Herz.» Als nächstes machten sich Marius Tschirky und Roman Riklin daran, die Bläserarrangements für die Lieder der Jagdkapelle zu schreiben. Lediglich eine Probe brauchten Band und Orchester, bevor sie zur Tournée aufbrachen.

Eurovision-Hit für Kinderohren

Am Ende der gemeinsamen Konzertreihe trafen sie sich nochmals im Studio und nahmen ein Album mit den Liedern des Live-Programms auf. Nach drei Tagen war alles im Kasten. «Das ist extrem wenig, normalerweise braucht man dafür drei Wochen», so Marius Tschirky.

Das neue Album trägt den Titel «Jägerhitz mit Pauke und Trompete» und ist eine Best-of-CD. Zu finden sind alte Jäger-Hits wie «Ferdinand», «Grätli» oder «Kei Windle meh.» Neu eingespielt und für Kinderohren adaptiert hat die Jagdkapelle Lienhards Hit «Swiss Lady», mit dem er 1977 am Eurovision Song Contest teilnahm und auf dem sechsten Platz landete. Das Lied trägt nun den Titel «Mah mit em Saxophon». Darin stellt Tschirky den Kindern Pepe Lienhard als Musiker vor. Aber auch während der Konzerte nutzte er die Gelegenheit, um seinen jungen Gästen die Blechblasinstrumente der Big Band auf spielerische Weise näherzubringen.

Durch die Zusammenarbeit mit Lienhard hat die Jagdkapelle ihre Songs nochmals weiterentwickelt. «Von Sound her ist mit den Bläsern eine eigene Welt entstanden», sagt Tschirky. Besonders gut komme dies etwa beim Lied «Kei Windle meh» zur Geltung. Es ist eine Cover-Version des Nummer-eins-Hits «Y.M.C.A.». Auch in der Originalversion spielen die Blasinstrumente eine zentrale Rolle.

Vom Kindergärtner zum Star

Marius Tschirky ist ausgebildeter Kindergärtner. In St. Gallen gehörte er zu den Mitbegründern des Waldkindergartens. Vor vier Jahren machte er sich selbständig und bietet heute Workshops und Weiterbildungen als Naturpädagoge an. Mit seiner Familie lebt der 39-Jährige in der Gemeinde Teufen. Zur Kindermusik kam Tschirky vor elf Jahren und hatte schnell grossen Erfolg. Mit ihrer frechen Art erweiterte die Jagdkapelle das Spektrum der recht braven Kindermusikszene. Die «Schweizer Illustrierte» nannte sie deshalb einmal die «Punks unter den Kindermusik-Bands».

Die neue CD erscheint am 9.11., Plattentaufe ist am 22.11. im Palace, St. Gallen (ohne Pepe Lienhard).

CD zum Jubiläum: «Jägerhitz mit Pauke und Trompete» (Bild: pd)

CD zum Jubiläum: «Jägerhitz mit Pauke und Trompete» (Bild: pd)