Jagd nach WM-Gold in Brasilien

Im brasilianischen Pomerode finden vom 16. bis 20. April die U18-Weltmeisterschaften im Faustball statt. Unter dem Motto «Ein Team, ein Ziel» wollen die Schweizerinnen den Final erreichen. Eine Teamstütze ist Fabienne Frischknecht.

Mea Mc Ghee
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FAUSTBALL. Sportschule, Faustball und Brasilien: Stichworte, die für Fabienne Frischknecht grosse Bedeutung haben. Die 18jährige Walzenhauserin spielte schon als Erstklässlerin Faustball, seit zwei Jahren absolviert sie die Sportschule Appenzellerland, und dieses Wochenende nimmt sie mit dem U18-Nationalteam an den Weltmeisterschaften in Brasilien teil. «Das ist wie ein Traum», sagt sie. Die WM in Brasilien, die weite Reise mit dem Team, die sportliche Herausforderung: für die Faustballerin eine einmalige Kombination.

Faustball-Dynastie

Faustball ist bei Frischknechts der Familiensport. Die Eltern, die Schwestern, Onkel und Cousins sind oder waren Teil der Ausserrhoder Faustballszene. Fabienne Frischknechts Stammclub ist der STV Walzenhausen. Auf der «Franzenweid» spielte sie oft mit Knaben in einer Mannschaft. «Das hat mich gefordert und stark gemacht.» Die 18-Jährige mag den unkomplizierten Umgang in Männerteams. Sie ist ein Bewegungsmensch: Erst in der Oberstufe hörte sie zugunsten der Schule mit Ballett und Geräteturnen auf. Dass sie gerade der Randsportart Faustball treu geblieben ist, begründet sie damit, dass «immer etwas läuft». Zudem mag sie es, im Team zu spielen. An der Sportschule Appenzellerland ist Fabienne Frischknecht eine Einzelkämpferin, die einzige Vertreterin des Faustballs. Dennoch habe sie sich stark verbessert, seit sie die Fachmittelschule an der Kanti Trogen besuche. «Ich werde von der Sportschule optimal unterstützt.» Faustball ist eine «Stop and go»-Sportart. Fabienne Frischknecht sagt: «Es braucht Ballgefühl, Kondition, Schnellkraft, und man muss das Spiel lesen können.» Die Defensive liegt ihr am besten. Diese Position spielt sie in der Nati. Im Verein kommt die 18-Jährige auch am Schlag und in der Mitte zum Einsatz. Zwei Trainings pro Woche absolviert Fabienne Frischknecht mit ihrem Verein, dem STV Walzenhausen. Dazu kommen drei Einheiten mit Koordination, Kraft und Ausdauer an der Sportschule sowie selbständiges Fitnesstraining. Nationaltrainer Michael Suter zieht die U18-Spielerinnen ungefähr einmal im Monat zusammen. Für Trainings, Trainingslager oder Turniere. «Fabienne ist eine Stimmungsspielerin, eine Kämpferin, die nie aufgibt», sagt der Nationaltrainer, der sie seit 1,5 Jahren betreut. Technische Defizite mache die Walzenhauserin mit vollem Einsatz wett, treibe mit ihrer Energie die Mitspielerinnen an. Als die U18 letztes Jahr EM-Bronze holte, war Fabienne Frischknecht Captain. «Sie erfüllte diesen Job hervorragend», sagt der Nati-Trainer. Er kommuniziere erst in Brasilien, wer das Amt des Captains an der WM ausüben werde, die Walzenhauserin sei eine Option.

Ein Höhepunkt

2010 spielte sie als jüngste des Nationalteams ihre erste WM in Spanien. Inzwischen ist sie die Älteste, das «Team-Mami» und tritt letztmals an U18-Titelkämpfen an. «Ein Höhepunkt meiner Sportkarriere», sagt die Walzenhauserin. Sie freut sich auf das Turnier in der Faustball-Hochburg Brasilien. «Wir haben zwei Spiele pro Tag, das wird intensiv. Das Niveau ist besser als in der Meisterschaft. Die Bälle kommen schärfer und präziser.»

Mit den Favoriten Deutschland und Österreich wird die Schweiz in der Vorrunde wohl um den Einzug in den WM-Final kämpfen. Die weiteren Gegner sind Gastgeber Brasilien, Argentinien und Chile. «Wir wollen endlich den Bronze-Rang loswerden», sagt Fabienne Frischknecht.

Im Anschluss ans WM-Turnier bleibt die Walzenhauserin eine Woche in Brasilien.

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