Jagd mit verkürzten Schusszeiten am Abend

Die diesjährige Jagd beginnt im Kanton Appenzell Innerrhoden am 7. September. Aufgrund der Änderung in der Jagdverordnung gibt es auch bei den Jagdvorschriften einige Anpassungen. Eine davon betrifft die Schusszeiten. Zudem müssen die Jäger für die Hochjagd eine höhere Gebühr zahlen.

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Die fixe Zuteilung der Gamsböcke auf einzelne Jäger ist in Appenzell Innerrhoden aufgehoben worden. (Bild: Urs Bucher)

Die fixe Zuteilung der Gamsböcke auf einzelne Jäger ist in Appenzell Innerrhoden aufgehoben worden. (Bild: Urs Bucher)

INNERRHODEN. Die diesjährige Jagd in Appenzell Innerrhoden orientiert sich an neuen Vorschriften. Grund dafür ist die revidierte Jagdverordnung, welche die Standeskommission am 30. Juni dieses Jahres genehmigt hat. Die Jagd beginnt am 7. September mit der Hochwildjagd und dauert bis zum 26. September. Am 28. September beginnt die Niederwildjagd. Die Abschusskontingente wurden für die Hochwildjagd auf 70 Gemsen und 70 Rehe festgelegt. Während der Niederwildjagd ist der Abschuss von 160 Rehen geplant.

Eine halbe Stunde weniger

Zu den diesjährigen Neuerungen gehören, wie es in der Mitteilung der Jagdverwaltung heisst, verkürzte Jagdzeiten am Abend. Konkret werden diese während der Hoch- und Niederwildjagd am Abend um eine halbe Stunde verkürzt.

Neu werden sämtliche jagdbaren Arten klar und übersichtlich aufgelistet. Waschbär, Bisamratten und Marderhund gelten als Neozooen und dürfen somit auch gejagt werden. Alle weiteren, nicht unter jagdbaren Arten aufgeführten Wildarten sind automatisch geschützt.

Die fixe Zuteilung der Gamsböcke auf einzelne Jäger wird aufgehoben. Stattdessen wird ein Kontingentsystem eingeführt, welches jedem Jäger erlaubt, bis zur Erfüllung des Kontingents einen Gamsbock zu erlegen. Das neue Kontingentsystem soll dafür sorgen, dass bei Jagdbeginn jeder Jäger die gleichen Chancen auf den Abschuss eines Gamsbocks hat. Das ebenfalls neue «Dreierkontingent» bietet gemäss Mitteilung jedem Jäger die Möglichkeit, seine Hochjagdstrecke an Gams und Reh nach Belieben zusammenzustellen, wobei neu wieder drei Gemsen pro Jäger erlegt werden dürfen.

Kronenhirsche mit einer Stangenlänge von mehr als 60 Zentimeter werden kontingentiert. Damit werde sichergestellt, dass die starken Hirsche, welche für eine kurze und effektive Brunftzeit massgebend sind und zudem weitere wichtige soziale Aufgaben im Bestand übernehmen würden, nicht übermässig bejagt werden.

Anpassung der Gebühren

Die Grundgebühr der Hochjagd wird von 400 Franken auf 480 Franken angehoben. Mit der Anhebung der Grundgebühr werden die Jäger in die Finanzierung der neuen Kühlzelle miteinbezogen. Seit dem Jahr 2000 sei keine Anpassung der Grundgebühr mehr vorgenommen worden, heisst es. Allein schon eine Anpassung an den Landesindex der Konsumentenpreise hätte für das Jahr 2015 eine Anpassung von 33 Franken bedeutet, wenn man als Basis vom Jahr 2000 ausgeht.

Sämtliche Fehlabschüsse während der Hochwildjagd samt den Trophäen verfallen neu dem Kanton, wobei das Wildbret käuflich erworben werden kann. Die Gebühren für Rehwild und Gamswild werden auf 150 Franken vereinheitlicht. Widerrechtlich erlegtes Wild darf nicht automatisch in den Besitz des Erlegers übergehen. Es gehört nach wie vor dem Jagdregalinhaber beziehungsweise dem Kanton, heisst es in der Mitteilung abschliessend. (pd)