Jagd auf Raser in Bütschwil

BÜTSCHWIL. Zwei Monate lang stand auf der Kantonsstrasse eine mobile Blitzanlage. Über 6000 Fahrzeuge wurden hier mit einer Geschwindigkeitsübertretung erfasst.

Thomas Geissler
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Der mobile Blitzer, der während zweier Monate in Bütschwil stand, wandert durch die Region. (Bild: Thomas Geissler)

Der mobile Blitzer, der während zweier Monate in Bütschwil stand, wandert durch die Region. (Bild: Thomas Geissler)

Vom 3. April bis zum 10. Juni stand an der Dorfstrasse in Bütschwil ein mobiles Blitzgerät der Kantonspolizei St. Gallen. Grund für die strenge Überwachung der vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeit waren vor allem die Beschwerden aus der Bevölkerung, dass auf dieser Durchgangsstrasse gerast werde, erklärt Hanspeter Krüsi von der Kantonspolizei St. Gallen. Einige der Autos seien auf dieser stark befahrenen Strasse einfach zu schnell unterwegs. Eine Möglichkeit, der Raserei dort Einhalt zu gebieten, ist die Ahndung der Verkehrsüberschreitungen. Und so wurde das mobile Blitzgerät direkt in der Ortschaft plaziert.

Erzieherische Massnahme

Bewusst wurde darauf geachtet, die Anlage in der Nähe des Fussgängerstreifens aufzustellen. Gerade an dieser Stelle treffen Fussgänger und Radfahrer mit Autofahrern zusammen. Ausserdem sollte der Blitzer natürlich auch erzieherische Wirkung haben. Und nach der Auswertung der Daten scheint dies auch so zu sein. «Zu Beginn der Messung hatten wir pro Tag im Schnitt 133 Geschwindigkeitsübertretungen», erklärte Hanspeter Krüsi. Gegen Ende der zwei Monate, in denen der Blitzer an der Kantonsstrasse aufgebaut war, waren es dann nur noch 59 gemessene Verstösse pro Tag. Dieses Phänomen sei aber immer zu beobachten. Es dauert meist nicht lange, bis sich diese polizeiliche Massnahme herumspricht.

Mit 107 km/h durch den Ort

Doch die meisten Autofahrer halten sich an die Verkehrsregeln. Insgesamt wurden in diesen zwei Monaten über 1,1 Millionen Fahrzeuge gemessen, von denen knapp über 6000 zu schnell unterwegs gewesen sind. Im Schnitt waren dies 0,55 Prozent aller gemessenen Fahrzeuge. Eine vergleichsweise geringe Anzahl von Verkehrsübertretungen. Natürlich ist oft der Verkehr auf der Dorfstrasse Bütschwil einfach zu dicht für mögliche höhere Geschwindigkeiten. Doch bedeutet dies nicht, dass nicht doch einige Raser auf der Strasse mitten im Ort deutlich zu schnell waren. So wurde beispielsweise ein Automobilist mit 107 Stundenkilometern gemessen. «Diese Überschreitung fand gleich zu Beginn der Messung, also in den ersten Tagen, statt», so Hanspeter Krüsi. Ein anderer Fahrer war immer noch mit 97 Stundenkilometern unterwegs. Beide Fahrzeuglenker müssen mit dem Entzug des Fahrausweises rechnen.

Die Einnahmen für den Kanton können noch nicht beziffert werden, da einige Verfahren noch nicht abgeschlossen sind. Der mobile Blitzer ist unterdessen weitergewandert und steht nun in Ricken. Ausserdem hat der Kantonsrat am Dienstag, im Zusammenhang mit dem Sparpaket, beschlossen, fünf neue mobile Radargeräte anzuschaffen.