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Jäger und Bauern schaffen Lebensräume für Vögel

Dem Vogelsterben soll ein Ende gesetzt werden. Jäger und Bauern ziehen am gleichen Strick und pflanzen in Gais Hecken. So sollen Lebensräume für die Tiere geschaffen werden.
Karin Erni
Jäger aus dem Appenzeller Mittelland investieren viele Arbeitsstunden, um Hecken zu pflanzen. (Bild: Karin Erni)

Jäger aus dem Appenzeller Mittelland investieren viele Arbeitsstunden, um Hecken zu pflanzen. (Bild: Karin Erni)

In der Schweiz sind die wichtigsten Vogelarten des Kulturlandes stark in Bedrängnis. Ein grosser Teil des Vogelsterbens geht auf das Konto der intensiven Landwirtschaft. Hoher Dünger- und Pestizideinsatz, zu früher und zu häufiger Grasschnitt und die Zerstörung von Kleinstrukturen haben zum Verschwinden zahlreicher Arten beigetragen. Die Grundeigentümer Violette und Peter Holderegger sowie ihr landwirtschaftlicher Bewirtschafter Ernst Nägeli aus Gais waren sich des Problems schon länger bewusst und wollten etwas dagegen unternehmen. «Wir sind nur ein kleines Steinchen, aber wenigstens wollen wir eines sein, das leuchtet», sagt Biobauer Ernst Nägeli.

Unterschlupf und Nistmöglichkeiten

Biobauer Ernst Nägeli aus Gais. (Bild: PD)

Biobauer Ernst Nägeli aus Gais. (Bild: PD)

Was den Vögeln im intensiv bewirtschafteten Kulturland fehlt, sind Nahrung, Unterschlupf und Nistmöglichkeiten. «All dies kann den Tieren mit einer Hecke geboten werden.» Stechende Pflanzen wie Schwarzdorn, Berberitze oder Heckenrosen schützen die Vögel und ihre Brut vor Fressfeinden. Die Blüten locken Insekten an. Diese wiederum sind die bevorzugte Nahrung zahlreicher Vogelarten. Pflanzen wie Holunder oder Schneeball tragen Früchte, die ebenfalls von vielen Tieren geschätzt werden. Gut strukturierte Heckenlandschaften sind ausserdem der Lebensraum des seltenen Neuntöters, einem Vogel, der seine Beute auf Dornen aufspiesst.

Jäger pflegen die Natur

Unterstützung für ihr Heckenprojekt fanden Eigentümer und Bewirtschafter bei den Jägern. Auch sie sind an einer intakten Umwelt und hohen Biodiversität interessiert. «Hecken bieten dem Rehwild Sicherheit und sie werden insbesondere von den selten gewordenen Hasen als Deckung geschätzt», sagt Peter Zeller. Im Rahmen einer Hegemassnahme haben sie 2011 erstmals im Gebiet Riesern in Gais Hecken angepflanzt.

Am letzten Samstag im März haben sich die Jäger für eine weitere Pflanzaktion in der Riesern eingefunden. Zwei Hecken sollen neu angelegt werden. Eine entlang eines Weges, die andere in einem schwierig zu bewirtschaftenden Spickel. «Dieser liegt am Waldrand und ist somit optimal vernetzt», sagt Nägeli. In die Hecken werden auch einzelne Bäume gepflanzt. Diese sind wichtig, hier können Raubvögel ansitzen und ihr Revier beobachten. Sie sorgen dafür, dass die Mäuse nicht Überhand nehmen. Die Umgebung der Hecke wird nur noch extensiv bewirtschaftet und spät gemäht.

Mensch und Tier gefällt’s

Die Hecke wird nicht in gerader Linie gepflanzt, sondern verläuft unregelmässig, damit sich mehr Unterschlupfmöglichkeiten bilden. Mindestens zwei Meter breit sollte sie sein, um diese Funktion zu erfüllen. Gegen 2000 Sträucher wurden in den beiden Pflanzaktionen gesetzt. Jeder Partner leistet seinen Beitrag: Die betroffenen Grundeigentümer Holderegger stellen ihr Land zur Verfügung. Bewirtschafter und Landwirt Ernst Nägeli gewährleistet die Pflege. Die Jäger leisten unentgeltliche Hegearbeit. Förster Manfred Hutter begleitet den Einsatz fachlich und die kantonale Fachstelle Natur und Landschaft beteiligt sich an den Kosten. «Für alle eine Win-win-Situation», sagt Ernst Nägeli. Sowohl er als auch Violette und Peter Holderegger haben von Passanten und Wanderern ausschliesslich positive Reaktionen erhalten. «Ihnen gefällt, dass auf der Wiese viele Blumen wachsen und es Tiere zu beobachten gibt.»

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