Ja zur Schulhaussanierung

103 Stimmberechtigte haben an der Bürgerversammlung der Schulgemeinde Neckertal dem Budget mit wenigen Gegenstimmen zugestimmt. Damit geben sie grünes Licht für zwei Sanierungsvorhaben und einen Gemeinschaftsraum.

Matthias Giger
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Schulratspräsident Rudolf Mäder (links) und Schulrat Fredy Kugler informierten die Bürger der Schulgemeinde Neckertal an der Versammlung. (Bild:)

Schulratspräsident Rudolf Mäder (links) und Schulrat Fredy Kugler informierten die Bürger der Schulgemeinde Neckertal an der Versammlung. (Bild:)

Neckertal. Schulratspräsident Rudolf Mäder zeigte die Veränderungen auf, die auf Beginn des Schuljahres 2008/2009 eingeführt worden waren. «Einige dieser Änderungen, etwa das Frühenglisch, haben Auswirkungen auf die Lektionentafel der Oberstufe. Im Sommer 2010 werden die ersten Schüler, die mit diesen Neuerungen konfrontiert wurden, in die Oberstufe wechseln», sagte er. Das Bildungsdepartement des Kantons St. Gallen müsse sich überlegen, wo man mit der Oberstufe steht, so Mäder.

Kooperatives Modell einführen

Der Schulratspräsident informierte über die Aufhebung der strikten Trennung zwischen der Real- und Sekundarstufe. Geplant ist die Einführung eines kooperativen Modells mit Niveaugruppen ab Herbst 2010. «Niveaugruppen werden in den Fächern Englisch, Französisch und Mathematik geführt», erläuterte er. Die Stammklassen und Klassenlehrer bleiben mit diesem Modell erhalten.

Mäder nannte mit gemeinsamen Sportlektionen ein Beispiel für ein kooperatives Modell, das bereits zwischen Real- und Sekundarstufe besteht.

Als Vorteil führte der Schulratspräsident Rudolf Mäder eine höhere Durchlässigkeit an – Wechsel zwischen den beiden Stufen sind jedes Semester möglich. Auch die individuelle Förderung würde verbessert.

Begabte Schülerinnen und Schüler könnten zudem zusätzlich gefördert und die Jugendlichen generell besser nach ihren Stärken und Schwächen eingeteilt werden.

Sicherheit in Oberhelfenschwil

Die Schülerzahlen haben sich gewandelt. «Früher hatte man zwei Drittel Sekundarschüler, heute ist die Zahl der Realschüler weit über einen Drittel gestiegen», so Mäder. Das Modell lasse eine flexiblere Planung der Klassengrössen zu.

Mit der Zustimmung zum Budget gaben die Stimmbürger mit wenigen Gegenstimmen grünes Licht für zwei Sanierungsvorhaben und einen Gemeinschaftsraum. Eines der beiden Sanierungsprojekte betrifft die Mehrzweckhalle der Schule in Oberhelfenschwil.

Schulrat Fredy Kugler informierte über den baufälligen Zustand des zehn Jahre alten Baus. Mit der Sanierung während der Sommerferien werden einige Gefahren behoben. Die Treppen werden mit Glas gedeckt und es gibt verschalte Durchgänge.

Die Gefahr, dass ein Schüler oder eine Schülerin über den nicht sehr hohen Absatz fällt, wird damit gebannt. Die Sanierungsmassnahme wurde mit 200 000 Franken veranschlagt.

Schulrat Kugler informierte auch über das zweite Sanierungsvorhaben, die zweite Etappe der energetischen Sanierung des Schulhauses in Mogelsberg (gemäss bewilligtem Gutachten an der Bürgerversammlung 2009). Weiter erläuterte er einen geplanten Gemeinschaftsraum im Schulhaus Mogelsberg, der mit einem Eventualkredit von 300 000 Franken veranschlagt wurde.

Bevor die Jahresrechnung, die mit einem Ertragsüberschuss von 329 000 Franken abschloss, und das Budget von den stimmberechtigten Bürgern gutgeheissen wurden, gab es einige Fragen zu den Sanierungsvorhaben. So wollte ein Schulbürger wissen, weshalb es am Schulstandort einen Gemeinschaftsraum für 300 000 Franken benötige, wenn doch die Turnhalle auch über eine Bühne verfüge und man dauernd von sinkenden Schülerzahlen spreche.

Der in Oberhelfenschwil wohnhafte Schulrat Fredy Kugler argumentierte, dass die Turnhalle in Mogelsberg rund zehn Gehminuten vom Schulhaus entfernt ist und man den Weg bei klassenübergreifenden Projekten wohl eher scheuen würde. Den Tieren seines Bauernhofes stehe mehr Platz zur Verfügung als den Schülern. Man dürfe doch auch den Schülern einmal einen modernen Raum zugestehen, meinte er.

Eine Stimmbürgerin wollte wissen, ob die Baukommission, die den Bau der Mehrzweckhalle in Oberhelfenschwil begleitete, unfähig war. Die Kommission habe doch vor zehn Jahren im Prinzip ein baufälliges Gebäude abgenommen. Fredy Kugler betonte, dass das Bauprojekt via Wettbewerb vergeben wurde. Die Baukommission hätte dabei bestenfalls noch die Farbgebung beeinflussen können. Der Architekt habe zudem das alleinige gestalterische Recht am Gebäude. Er sei froh, dass dieser überhaupt der Sanierung zugestimmt habe.

Mani Matters Lieder bebildert

Zur Einstimmung auf die Bürgerversammlung der Schulgemeinde Neckertal haben Schülerinnen und Schüler ein Schattenspiel aufgeführt. Dabei bebilderten die Fünftklässler aus Brunnadern Lieder von Mani Matter, während die Mädchen der 6. Klasse sangen. Die 103 stimmberechtigten Schulbürgerinnen und Schulbürger applaudierten.

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