Ja, ich bin ein Innerrhoder

Mein Nachname bringt es mit sich, dass ich regelmässig nach meiner Herkunft gefragt werde. Ein für allemal: «Fuchs» ist ein Innerrhoder Geschlecht und ja, in meinem Pass steht als Bürgerort Appenzell.

Roger Fuchs
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Appenzeller Zeitung (Bild: Roger Fuchs)

Appenzeller Zeitung (Bild: Roger Fuchs)

Mein Nachname bringt es mit sich, dass ich regelmässig nach meiner Herkunft gefragt werde. Ein für allemal: «Fuchs» ist ein Innerrhoder Geschlecht und ja, in meinem Pass steht als Bürgerort Appenzell. Falls Sie es noch genauer wissen wollen: Ich bin einer der über 700 Nachkommen des Johann Baptist Fuchs. Er lebte von 1853 bis 1912 und war in dieser Zeit zweimal verheiratet. Insgesamt acht Kinder hatte er gezeugt. Seine Fähigkeiten stellte er in verschiedenen Ämtern der Schule, der Kirche, dem Bezirk und dem Kanton zur Verfügung. Unter anderem war er zehn Jahre lang Kantonsrichter.

So weit so gut – doch bin ich deswegen nun ein typischer Innerrhoder? Dürfte ich als solcher überhaupt als Journalist arbeiten und dabei auch noch eine kritische Haltung öffentlich kundtun? Innerrhoder kritisieren bekanntlich lieber hinter vorgehaltener Hand und wollen Kritik gegenüber anderen oftmals nicht in der Zeitung lesen.

Meine Körpergrösse würde ich als Mittelmass bezeichnen, auf jeden Fall aber nicht als kleinwüchsig, wie dies den Appenzellern nachgesagt wird. Die typische Appenzeller Siedwurst ist zweifelsfrei sehr fein, als im Rheintal aufgewachsener Bursche kann ich aber auch eine St. Galler Bratwurst nicht verachten. Die Begeisterung für das Wandern im Alpstein ist von meinem Vater durchwegs auf mich übergeschwappt, genauso liebe ich es aber, mit den Roller-Skates dem See entlang zu fahren. Ebenso schätze ich Offenheit und Weite – das gilt auch für den Umgang mit Menschen. Mein Freundeskreis liegt nicht nur innerhalb der Kantonsgrenzen.

Auch wenn ich nicht alle Klischees eines Innerrhoders erfülle – bin ich nun trotzdem einer? Für all jene, die Menschen schubladisieren, passe ich bestimmt nicht in dieses Bild. Allen anderen sei gesagt: Ihr seid meine Fuchs'sche-Wellenlänge. Schön, dass es euch gibt.

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