Ist die Zukunft des Schiesssportzentrums Teufen finanziell gesichert?

Gemeinde und Genossenschaft sind sich uneins, ob das Schiesssportzentrum Teufen langfristig bestehen kann. 

Astrid Zysset
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Am 24. November entscheiden die Stimmbürger darüber, ob die Gemeinde das Schiesssportzentrum finanziell unterstützt. Bild: Ralph Ribi

Am 24. November entscheiden die Stimmbürger darüber, ob die Gemeinde das Schiesssportzentrum finanziell unterstützt. Bild: Ralph Ribi

Es ist eine Frage, die Heinz Bolliger, Vizepräsident der Genossenschaft Schiesssportzentrum (SSZ) in Teufen, immer wieder gestellt bekommt: Wie lange kann das SSZ noch weiter bestehen? Ob ein langfristiger Betrieb möglich ist, gleicht dem Zünglein an der Waage an der Abstimmung vom 24. November. Mittels einer Initiative wird gefordert, dass die Gemeinde bis zum 31. Dezember 2031 auf die Verzinsung und Amortisation des Darlehens, das die Gemeinde der Genossenschaft des SSZ einst gewährte, verzichtet sowie einen jährlichen Unterstützungsbeitrag von maximal 52000 Franken leistet. Die Gemeinde selbst empfiehlt den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern, die Initiative ohne Gegenvorschlag abzulehnen. Dies mit der Begründung: Läuft die finanzielle Unterstützung nach zehn Jahren aus, stünde das SSZ wiederum vor der gleichen finanziellen Situation wie heute. Die Zahlungsunfähigkeit respektive der Konkurs droht.

Planungsunsicherheit sorgt für ausbleibende Kunden

«Das glaube ich nicht», sagt Bolliger. Langfristig könne der Betrieb des SSZ sichergestellt werden. «Aktuell haben wir die Situation, dass viele mit Buchungen zuwarten, da eine Unsicherheit herrscht ob der Zukunft des SSZ», sagt der Vizepräsident der Genossenschaft. Ein Zustand, der schon länger besteht. So wurde das vergangene Ausserrhoder Kantonalschützenfest im Juni nicht im SSZ durchgeführt, da den Organisatoren gemäss Bolliger die Planungssicherheit fehlte. «Das hätte einen schönen finanziellen Zustupf gegeben.» Die Dimension des Dilemmas: Viele Vereine der insgesamt sieben Ostschweizer Kantonalverbände würden die Infrastruktur des SSZ gerne vermehrt nutzen, sagt Bolliger. Die Polizeikorps der Ostschweiz wie auch die Polizeischule und Grenzwacht hätten ebenfalls Andeutungen gemacht, dass bei einem garantierten Fortbestand des SSZ die Trainingseinheiten in Teufen ausgebaut würden.

Derzeit sei die Auslastung nicht sonderlich gut, räumt der Vizepräsident ein. Aktuell wird ein Umsatz von 100000 Franken pro Jahr verbucht. Bei einer Planungssicherheit rechnet Bolliger jedoch mit Einnahmen von bis zu 200000 Franken jährlich. Zudem ist angedacht, eine Verpflegungsmöglichkeit in der Schützenstube zu realisieren. Das würde zusätzlich Geld in die Kasse spülen.

Der Konkurs könnte drohen

Das Geschäftsjahr 2018 endete mit einem fast ausgeglichenen Rechnungsabschluss (Defizit von 7700 Franken). «Dies trotz Abschreibungen von 60000 Franken», so Bolliger. Trotzdem könnte nach dem 24. November alles vorbei sein. FDP und SP lehnen die Initiative ab, die SVP unterstützt sie. Der Gemeinderat sprach an der vergangenen Orientierungsversammlung davon, dass ein Nein an der Urne das Aus des Schiesssportzentrums bedeuten würde. Die Genossenschaft müsste Konkurs anmelden, das Gebäude würde vergantet und abgerissen werden. Bolliger hingegen spricht davon, dass es noch «andere Lösungen» gebe und sinniert über den Rückkauf des Baurechtsvertrages. Denn der Konkurs wäre für ihn das schlimmste denkbare Szenario. Die 156 Genossenschafter würden ihre Kapitaleinlagen von rund 800000 Franken verlieren.

Der Vizepräsident selbst zeigt sich optimistisch bezüglich des Abstimmungssonntags: «Ich bin ein positiv denkender Mensch.» Im Herzen fühlt er sich als Sportförderer für junge Menschen, welche in einer Randsportart wie dem Schiesssport ihre Träume verwirklichen wollen. Deshalb würde es Bolliger gerne sehen, wenn das SSZ weiter bestehen bleibt.