Is(s)t alles doch Wurst

Nett, hat die Weltgesundheitsorganisation WHO mit ihrer Panikmache wenigstens bis Ende Oktober gewartet: Man stelle sich den Aufruhr vor, den ihre Antiwurstwerbung sonst unter den Verehrerinnen und Verehrern der Olma-Brodworscht verursacht hätte! Und noch netter,

Koni Bruderer
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Bild: Koni Bruderer

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Nett, hat die Weltgesundheitsorganisation WHO mit ihrer Panikmache wenigstens bis Ende Oktober gewartet: Man stelle sich den Aufruhr vor, den ihre Antiwurstwerbung sonst unter den Verehrerinnen und Verehrern der Olma-Brodworscht verursacht hätte! Und noch netter, hat dieselbe WHO kurz darauf ihre Drohbotschaft wenigstens zur Hälfte wieder zurückgenommen und in eine halbe Frohbotschaft umgewandelt: Jetzt dürfen wir wenigstens eine halbe Wurst geniessen. Pro Semester. Ich finde diese Ernährungs- und Diäthypes eigentlich noch interessant: «Essen Sie mehr Früchte!», befiehlt mir das Plakat in der Bahnhofshalle. Weil Früchte die Vitalität steigern. «Sie essen viel zu viele Früchte!», warnte kürzlich die Ernährungsberaterin eine Bekannte von mir. Wegen der erhöhten Wahrscheinlichkeit, an Diabetes zu erkranken.

Es ist noch gar nicht so lange her, dass wir eindringlich vor dem Konsum von Tomaten gewarnt wurden. Tomaten galten als krebserregend. Und heute hingegen wird uns derselbe Konsum derselben Tomaten ebenso eindringlich empfohlen. Inzwischen gelten sie als krebshemmend. Einmal habe ich in der Zeitung das Porträt eines Mannes aus unserer Gegend gesehen, der ausschliesslich Bananen isst. Dabei sind die im Appenzellerland nicht einmal heimisch. Ich meine, wenn es wenigstens Äpfel gewesen wären, oder Birnen…

Und ein anderes Mal habe ich in der gleichen Zeitung gelesen, dass ein anderer Mann aus einer anderen Gegend, Silicon Valley genannt, seine Nahrung ausschliesslich in flüssiger Form zu sich nimmt. Er brauche so weder Kochherd noch Kühlschrank und müsse seinen Platz am Computerbildschirm praktisch überhaupt nicht mehr verlassen. Sagte er dazu – und fand das gut.

Nun sind Ernährungsfragen natürlich immer und überall ein Topthema, über das man sich gar nicht genug informieren kann. Denn eigentlich erhalten uns Essen und Trinken ja schlicht am Leben. Darum habe ich mich aus der schier unbegrenzten Palette von Möglichkeiten für die Ananasdiät entschieden: Da kannst du alles essen – ausser Ananas.