Irrwege zum Glücklichsein

An der vierten Ausgabe des Toggenburg-Lacht-Festivals in Unterwasser sorgten Claudio Zuccolini, Reto Zeller und Rob Spence für beste Unterhaltung. Von Stand-up-Comedy über poetisches Kabarett bis hin zu Slapstick wurde alles geboten.

Urs M. Hemm
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Unterwasser. Mit einer geballten Ladung Comedy wurden am Samstagabend die Besucher des vierten Toggenburg-Lacht-Festivals in der Tennishalle in Unterwasser verwöhnt. Für diese Ausgabe des schon beinahe traditionellen Anlasses fanden der Kabarettist und Liedermacher Reto Zeller und der Schweizerisch-Australische Doppelbürger Rob Spence den Weg ins obere Toggenburg. Durch den Abend führte souverän der Stand-up-Comedian Claudio Zuccolini.

Beni Thurnheers Kugel

Der Bündner Prix-Walo-Gewinner eröffnete den Abend mit Auszügen aus seinem neuen Bühnenprogramm «Claudio S. Zuccolini-Erfolgsprogramm». Darin nimmt er auch gegenüber prominenten Fernsehkollegen wie Sven Epiney oder Bernard Thurnheer kein Blatt vor den Mund: «Sven Epiney ist ja so oft am Schweizer Fernsehen, dass es mich wundert, dass er noch keinen eigenen Knopf auf der Fernsehbedienung hat. Es geht sogar so weit, dass ich Angst davor habe, den Kühlschrank aufzumachen. Vielleicht sitzt der Epiney auch dort drin.»

Beim Schnurri der Nation, Beni Turnheer, stellte er fest, dass dieser über die Jahre doch ziemlich an Pfunden zugenommen habe. «Ich warte nur darauf, dass ein Kandidat am Telefon nicht die rote oder blaue Kugel wählt, sondern die Kugel in der Mitte, die so viel redet.» Als roter Faden müssen Claudio Zuccolinis Bekannte Erika und Kurt herhalten. So beruhigt er die Veganerin Erika in einer Episode, dass das Kalb der Kuh, die die Milch für seinen Kaffee produzierte, nicht mehr leiden müsse – das hätten sie bereits gestern gegessen.

Mit Mutter im Aquafit

Etwas dezenter, aber in seiner melancholisch naiven Art nicht weniger komisch, eroberte Reto Zeller als Herbert Hägi die Herzen des Publikums. In seiner etwas unbeholfenen Art lässt Herbert Hägi kein Fettnäpfchen aus und gewinnt trotz allem jeder Situation etwas Gutes ab. So erzählte er von einem Besuch mit seiner beleibten Mutter im Aquafit, die durch ihre Körperfülle sprichwörtlich die Dämme brechen lässt. «Wenn meine Mutter in Acapulco von den Klippen springt, würde ich also meine Wäsche in Japan rein nehmen», beschrieb Herbert Hägi die Folgen, die ein Sprung seiner Mutter ins Schwimmbecken beim Aquafit hatte.

Der singende Poet

In seinen poetischen Liedern bewegt sich Reto Zeller auf den Spuren des legendären Mani Matter. Teils komisch, teils traurig beschreibt er Alltagssituationen oder bringt Logisches auf den Punkt, wo viele gar nicht weiter darüber nachdenken würden. Er findet Antworten auf Fragen wie, was eine Treppe ohne Stufen oder ein Flugzeug ohne Flügel sei. Dabei band er bei der Beantwortung dieser banalen, aber in der Konsequenz logischen Fragen auf charmante Art und Weise das Toggenburger Publikum mit ein.

Slapstick aus Down Under

Bereits zum zweitenmal nach 2009 beehrte der Comedian und Pantomime Rob Spence das Toggenburg-Lacht-Festival. Bei Rob Spence verschmelzen Sprachwitz – der durch seinen australischen Akzent noch verstärkt wird – mit seiner einzigartigen Gestik und Mimik zu einem Ganzen, das die Zuschauer in der Tennishalle Unterwasser begeisterte. Seine pantomimischen Darstellungen eines Hasen auf einem Motorrad, eines Schweizer Taschenmessers oder eines Berners auf Drogen wechselten sich ab mit Tiergeschichten aus Australien. Dabei verglich Rob Spence das Erscheinen einer Australischen Spinne mit Peach Weber an einem Bungee-Seil.

Gelungene Mischung

Den Organisatoren des Toggenburg-Lacht-Festivals, Martin Sailer und Beat Frischknecht, gelang mit diesem Programm ein ausgewogener Mix zischen Stand-up, Slapstick und philosophischem Kabarett, der für die kommenden Jahre viel Spass und Unterhaltung verspricht.

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