Irische und schottische Klänge

«2voices & friends» ist eine Gruppierung, die aus vier Vorderländer Musikerinnen und Musikern besteht. Am Freitagabend gaben sie in der Kirche Rehetobel ein Konzert mit keltischer Musik.

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Das Ensemble «2voices & friends»: (v. l.) Werner Meier, Stefanie Aouami, Andrea Rossi und Barbara Bischoff. (Bild: pd)

Das Ensemble «2voices & friends»: (v. l.) Werner Meier, Stefanie Aouami, Andrea Rossi und Barbara Bischoff. (Bild: pd)

REHETOBEL. Rund 60 Zuhörerinnen und Zuhörer versammelten sich in der von zahlreichen Kerzen erhellten Kirche in Rehetobel. Eingeladen wurden sie vom Ensemble 2voices & friends, einer seit drei Jahren bestehenden Gruppierung. Die vier Musikerinnen und Musiker haben sich zur Aufführung von keltischer Musik – Liedern und Instrumentalmusik aus Irland und Schottland – vereinigt. Insgesamt 19 Lieder und Instrumentalstücke, von Solos bis zum gemeinsamen Musizieren, wurden in der Kirche aufgeführt. Die «Musikstunde» ging im Flug vorüber und das Publikum verlangte eine Zugabe, die es mit dem irischen Segen zum Abschied erhielt.

Klavier, Geige und Gesang

Andrea Rossi aus Rehetobel und die Wäldlerin Stefanie Aouami sangen mit ihren gut harmonierenden Stimmen die alten und neuen Lieder, welche meist von etwas Wehmut getragen waren. Werner Meier aus Trogen begleitete die Sängerinnen einfühlsam auf der Geige, oft glaubten die Zuschauer eine dritte Singstimme zu hören. In seinen Soli spielte er mehrstimmig irische Weisen, bei denen man an einen Dudelsackpfeifer denken musste. Am Klavier begleitete die Rehetoblerin Barbara Bischoff die beiden Sängerinnen und den Geiger aufmerksam und stimmig durch das ganze Programm.

Von Whisky, Bier und Fairies

Es wurden beispielsweise die Probleme von Auswanderern besungen. Auch die desolate Situation, dass einem der Wirt wegen fehlendem Geld kein «Whisky und Bier» mehr ausschenken wollte, war Thema. Weiter wurden Lieder mit viel Handlung aufgeführt, etwa dasjenige von drei ruppigen Zigeunern, welche mit ihrem Gesang ein Burgfräulein aus ihrer Stube locken. Typisch irisch auch das Lied vom König der «Fairies», kleinen unter dem Erdboden lebenden Gestalten, vergleichbar mit unseren Zwergen. Diese würden gerne die jungen Knaben zu sich holen, weshalb in Irland die Buben bis zum vierten Lebensjahr Röcklein trugen, um sich zu schützen und die Fairies zu täuschen.

Gallus hätte wohl verstanden…

Als Premiere sang Andrea Rossi an diesem Abend zudem ein Wiegenlied in gälischer Sprache. Diese stammt aus dem Alt-Irischen und wird noch heute auf Inseln und in abgelegenen Gebieten gesprochen. In der Kirche Rehetobels verstand, kaum überraschend, niemand ein Wort – hätte wohl der heilige Gallus hier mitsingen können? Dieser stammt laut Legende ebenfalls aus Irland. Der Wandermönch habe im Jahr 612 in der Mühleggschlucht in St. Gallen seine Klause gebaut und ist somit in der Ostschweiz verwurzelt. Sein Jubiläum, das Gallusjahr, wird dieses Jahr gefeiert. (pd)

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