Investoren zeigen sich enttäuscht

Die Investoren, welche auf dem Gebiet des ehemaligen Thürerparks in Teufen eine Überbauung realisieren wollten, müssen sich neu orientieren. Noch ist völlig unklar, was auf diesem Areal einmal entstehen wird.

Astrid Zysset
Drucken
Teilen
So hätte die Überbauung aussehen soll. Was folgt nun? Visualisierung: PD

So hätte die Überbauung aussehen soll. Was folgt nun? Visualisierung: PD

Der Gestaltungsplan «Unteres Gremm» wurde vergangenen Sonntag deutlich abgelehnt. 1294 Stimmen sagten Nein, lediglich 903 waren dafür.

Seitens der Investoren ist die Ernüchterung gross. «Wir hatten uns beim Projekt grosse Mühe gegeben, viel Herzblut reingesteckt und waren dementsprechend zuversichtlich, dass es bei der Bevölkerung auf Zustimmung stossen wird», sagt Roland Ebneter von der Mettler2invest. Doch dem war nicht so. Die Bevölkerung lehnte es ab. «Wir müssen jetzt versuchen, zu eruieren, was genau zur Ablehnung geführt hatte», so Ebneter weiter. Das dürfte ein paar Wochen Zeit in Anspruch nehmen. Denn noch tappen die Projektentwickler im Dunkeln. «Das vorgelegene Projekt hatte uns eigentlich in allen Punkten überzeugt.» Nun da dieses aber vom Tisch ist, müssen die Investoren neu planen. Einen Plan B haben sie noch nicht. Sicher ist jedoch: Ein neues Bauprojekt wird es im Gebiet des ehemaligen Thürerparks definitiv geben. Wann und wie dieses genau aussehen wird, ist allerdings unklar. Die Eruierung, was zum Scheitern der Abstimmung am Sonntag geführt hatte, soll Klärung bringen und die Weichen für ein neues Projekt stellen. In einer Stellungnahme kündigten die Bauherren an, dass es eine Überbauung nach Regelbauweise geben könnte. Ebneter betont, dass dies lediglich eine der zu diskutierenden Möglichkeiten sei.

Neues Bauprojekt wird kritisch begutachtet

Philipp Schuchter, der das fakultative Referendum vergangenen Herbst lancierte, zeigt sich mit dem Abstimmungsergebnis zufrieden. «Dass der Gestaltungsplan abgelehnt würde, davon gingen wir aus. Die Deutlichkeit hat uns aber dennoch überrascht.» Schuchter betont, dass man nicht gegen eine Überbauung auf diesem Areal gewesen sei. «Dort gehört eine hin», fügt er an. Aber nicht mit solch vielen Sonderregelungen. Die Kritik des Referendumkomitees richtete sich deswegen auch gegen die Gemeinde, die zu viele Abweichungen zu den Regelvorschriften zugelassen habe. Für Schuchter ist klar, dass das Abstimmungsresultat eine «Retourkutsche» gewesen war, da die öffentlichen Interessen nicht ausreichend berücksichtigt wurden. Das neue Bauprojekt, das einmal vorliegen wird, will das Referendumskomitee ebenfalls genau unter die Lupe nehmen. Besonders das Behindertengleichstellungsgesetz müsse ausreichend berücksichtigt werden. Das sei im bisherigen Projekt nicht der Fall gewesen. Die Steigung von teilweise bis zu zwölf Prozent empfand das Referendumskomitee als unzumutbar für Menschen, die auf einen Rollator oder einen Rollstuhl angewiesen sind.

Im ehemaligen Thürerpark sollte eine Überbauung mit 75 Wohnungen entstehen. Die Architektur und das Gefälle stiessen jedoch auf Widerstand. Der Gemeinderat empfahl, den Gestaltungsplan anzunehmen.