Investor soll Altersbereich sichern

Die Gemeinde Bühler sucht bei der Betreuung älterer Menschen nach neuen Wegen. Der Bericht einer dazu eingesetzten Arbeitsgruppe zeigt erste Richtungen auf. Gesucht wird nun ein Investor, der entsprechenden Wohnraum schafft und zahlt.

Roger Fuchs
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Organisationsberater Roland Wormser von der H Focus AG stellt in Bühler mögliche Szenarien für den Altersbereich vor. (Bild: rf)

Organisationsberater Roland Wormser von der H Focus AG stellt in Bühler mögliche Szenarien für den Altersbereich vor. (Bild: rf)

bühler. Die Ausgangslage ist klar: Das Altersheim am Rotbach in Bühler muss saniert werden. Wie an einer Informationsversammlung am Dienstagabend kommuniziert wurde, hätten bisherige Abklärungen einen Investitionsbedarf von 6 bis 8 Mio. Franken ergeben – für die Gemeinde nicht tragbare Kosten. Überdies habe sich in den letzten Jahren der Markt im Altersbereich stark verändert, sagte Roland Wormser von der Firma H Focus AG in Baar.

Ihm oblag am Dienstag die Präsentation der Lösungsvorschläge, die aus einer Arbeitsgruppe resultieren, welche er als Berater begleitet.

Ambulant vor stationär

Ein Blick auf den «Altersmarkt» zeige, so Roland Wormser, dass Altersheime und Pflegeheime zunehmend zur Mischform «Alters- und Pflegeheim» zusammenwachsen würden. Zudem werde sich der Trend «ambulant vor stationär» weiter verstärken. Die Leute wollten so lange wie möglich zu Hause bleiben. Erwähnt wurden auch der immer spätere Heimeintritt und die dadurch sinkende Aufenthaltsdauer.

Altersheime würden ausserdem allmählich durch ein sogenanntes «Wohnen mit Service» ersetzt.

Auf der Basis dieser Fakten kam die Arbeitsgruppe mit Berater Roland Wormser zum Schluss, in Bühler sei ein zweiteiliges Konzept weiterzuverfolgen. Dieses soll die beiden Elemente «Pflege» und «Wohnen mit Service» mit je zwanzig Plätzen beinhalten.

Private Ketten günstiger

Für das weitere Vorgehen favorisiert die Arbeitsgruppe die Suche nach einem Investor, mit dem eine langfristige Zusammenarbeit eingegangen werden soll (Public Private Partnership). Auch ein kompletter Verkauf an einen Dritten wird jedoch nicht ausgeschlossen. Private Ketten wie Senevita oder Seniocare seien in der Lage, führte Roland Wormser vor den rund 45 Zuhörenden aus, ein neues Alters- und Pflegeheim mit 200 000 bis 220 000 Franken pro Zimmer zu erstellen, während die öffentliche Hand oft 300 000 bis 450 000 Franken dafür ausgebe.

Die aus dem Plenum genannte Befürchtung, ein Investor könnte nach Lust und Laune Pensionspreise erhöhen, eliminierte Wormser mit dem Hinweis, dem Investor seien vertragliche Grenzen zu setzen.

Parallel zu dieser Variante soll, für den Fall dass sich kein Investor findet, als Plan B die Variante «Betrieb in Eigenregie» mit Fokus auf «Verselbständigung» weiter ausgearbeitet werden.

Angestrebt wird eine Urnenabstimmung im Juni 2011. Bis dahin sollen ein Partner gesucht, Varianten konkretisiert und abstimmungsreif gemacht werden. Dazu ist gemäss Gemeindepräsidentin Ingeborg Schmid ein Projektierungskredit von 150 000 Franken vorgesehen, der dem fakultativen Referendum unterstellt wird. Zu diskutieren geben dürfte im Zuge der Weiterarbeit auch die Standortfrage.

Kein fertiges Konzept

Der vorliegende Zwischenbericht der Arbeitsgruppe zeigt also Wege, wie es mit dem Altersbereich in Bühler weitergehen könnte. Es ist jedoch kein fertiges Konzept. Die ganze Unsicherheit scheint sich auch beim Personal bemerkbar zu machen: Der Leiter des Altersheims am Rotbach, Paul Stieger, hat per Ende November 2010 gekündigt. (siehe Kasten).