Invasion unter Wasserspiegel

ST. GALLEN. Das Eindringen von fremden Lebewesen im Bodensee ist unaufhaltsam. Sei es unter Steinplatten in Berlingen, an der Hafenmauer in Kreuzlingen oder in der Steinacher Bucht – seit Jahrzehnten bevölkern fremde Schwimm- und Krabbeltierchen das hiesige Ökosystem.

Drucken
Teilen

ST. GALLEN. Das Eindringen von fremden Lebewesen im Bodensee ist unaufhaltsam. Sei es unter Steinplatten in Berlingen, an der Hafenmauer in Kreuzlingen oder in der Steinacher Bucht – seit Jahrzehnten bevölkern fremde Schwimm- und Krabbeltierchen das hiesige Ökosystem.

Dabei handelt es sich um sogenannte Neozoen (griechisch für «neue Tiere»). Einige wie die Höckerflohkrebse sind winzig klein, andere wie die Signalkrebse wachsen bis zu einer Grösse von 20 Zentimetern heran und fallen somit auch Badegästen oder Fischern am Bodensee im Kanton Thurgau auf. Obwohl die meisten der fremdartigen Tierchen für die hiesige Fauna harmlos sind, gibt es Arten, die sich massenhaft vermehren. Eine Folge davon: Sie verdrängen einheimische Tierarten, die im Wasser leben.

Seit über 25 Jahren untersucht das Hydra-Institut St. Gallen die Ausbreitung dieser Neozoen. Laut Peter Rey, dem Leiter des Hydra-Instituts der Stadt St. Gallen, ist der Mensch für die Verbreitung dieser ökologischen Eindringlinge verantwortlich. Entweder würden sie von Aquariumbesitzern in den See geschüttet oder unabsichtlich mit Wanderbooten, Fischer- und Taucherausrüstungen in den Bodensee gebracht.

Einer der gefährlichsten Bodenseeeindringlinge ist der amerikanische Kamberkrebs. Zwar nicht für den Mensch, aber für die einheimische Fauna. «Er wurde wohl mutwillig eingeschleppt», sagt Peter Rey, Leiter des Hyra-Instituts St. Gallen. In den vergangenen Jahren wurde das Krustentier vor allem am Bodensee und Untersee zwischen Kreuzlingen und Berlingen gesichtet. Laut Peter Rey, Leiter des Hyra-Instituts St. Gallen leben an Fundstellen unter Steinplatten oftmals ganze Gruppen von bis zu 400 solcher Krebse. (sko)

Aktuelle Nachrichten