Internet statt Klimaversammlung: Klimagruppe Ausserrhoden startet Online-Aktion

Streiks und Massendemonstrationen sind derzeit nicht möglich. Die nationale Klimagruppe hat eine Alternative gefunden, sich fürs Klima einzusetzen. Die Klimagruppe Ausserrhoden hat noch eine zusätzliche Aktion geplant.

Janine Bollhalder
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Klimademonstration in Lausanne im vergangenen Jahr: So ist das derzeit nicht möglich.

Klimademonstration in Lausanne im vergangenen Jahr: So ist das derzeit nicht möglich.

Jean-Christophe Bott / KEYSTONE

Es hätte ein Tag der Streiks und Massendemonstrationen für den Klimawandel sein sollen: der 15. Mai. Auch in Ausserrhoden hätte – wie in der ganzen Schweiz – eine Klimaversammlung stattfinden sollen. Aufgrund der aktuellen Situation mit dem Coronavirus muss aber ein alternatives Programm gefunden werden.

Siri Löffel, Studentin aus Stein

Siri Löffel, Studentin aus Stein

PD

«Wir lancieren eine Online-Aktion», sagt Siri Löffel, Kantischülerin aus Stein. «Wir» – das sind sowohl die 51-köpfige Klimagruppe Ausserrhoden, als auch die nationale Gruppe Klimastreik Schweiz.

Die Online-Aktion dreht sich um den Hashtag «#Challenge for future». Auf der Webseite der nationalen Klimastreikgruppe werden den Besuchern Aufgaben gestellt. Zum Beispiel die Grossmutter anzurufen und ihr erklären, weshalb man sich für den Klimawandel interessiert und engagiert.

Filmen und teilen

Wenn möglich soll die Umsetzung der Aktionen gefilmt oder fotografiert und über ein soziales Netzwerk wie etwa Instagram geteilt werden – unter dem Hashtag «#Challenge for future». Die 17-jährige Vereins-Projektleiterin Siri Löffel sagt:

«Es soll aber kein Wettbewerbsgedanke entstehen, denn es geht nicht darum wer am meisten Aktionen umsetzt. Es geht um den Gemeinschaftsgedanken.»

Natürlich spreche die Aktion im Internet nicht alle Personen an. Wer nicht technikaffin sei oder wer sich schon vor dem 15. Mai mit dem Klimaschutz beschäftigen wolle, könne bei der regionalen Aktion der Ausserrhoder Klimagruppe mitwirken: dem Zukunfts-Zeich(n)en. Siri Löffel erklärt:

«Wir fordern die Bevölkerung auf, ihre Wünsche für die Zukunft oder ihre Vision, wie sie die Welt von Null an gestaltet hätten, kreativ umzusetzen.»
Flyer Zukunfts-Zeich(n)en

Flyer Zukunfts-Zeich(n)en

PD

Dabei könne es sich um eine Zeichnung, ein Gedicht oder ein Bastelwerk handeln. Das erstellte kreative Werk soll als Ganzes oder als Bild an die Klimagruppe Ausserrhoden geschickt werden. «Wir würden daraus gerne ein Gemeinschaftsprojekt erstellen – wie genau wir das aber umsetzen ist noch unklar», sagt Löffel. Sie denkt an eine virtuelle Collage oder ein Buch mit den Bildern aller eingesandten Projekte.

Coronavirus überdeckt andere Probleme

Für Siri Löffel ist klar: «Die Leute haben momentan andere Probleme – Existenzängste – und oftmals nicht die Kapazitäten, über den Klimaschutz nachzudenken. Das können wir verstehen.» Die 17-Jährige ist aber überzeugt:

«Das Problem des Klimawandels bleibt trotz des Coronavirus.»

Sie wünscht sich daher, dass jene, die Zeit haben, sich bei den Aktionen der Klimagruppe Ausserrhoden und der nationalen Klimagruppe beteiligen.

Wer sich an der Aktion Zukunfts-Zeich(n)en beteiligen will, sendet sein Bild an klimagruppear@gmail.com oder das physische Werk an Klimagruppe AR, Halten 361, 9063 Stein. Mehr Informationen zu der Aktion «#Challenge for Future» unter: www.climatestrike.ch