Internat wird fortgeführt

Am Freitag hat der Stiftungsrat des Internats St. Antonius in Appenzell über die Zukunft beraten. Mangels Schüler war in den letzten Monaten stets von drohender Schliessung die Rede. Stiftungsratspräsident Bruno Koller nimmt Stellung.

Roger Fuchs
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Bruno Koller, Präsident des Stiftungsrats des Internats St. Antonius in Appenzell, glaubt weiterhin an eine Zukunft für das Internat. (Bild: rf)

Bruno Koller, Präsident des Stiftungsrats des Internats St. Antonius in Appenzell, glaubt weiterhin an eine Zukunft für das Internat. (Bild: rf)

Der Stiftungsrat des Internats St. Antonius in Appenzell hat Ende letzter Woche über die Zukunft des Internats gesprochen. Was wurde entschieden.

Bruno Koller: Das Internat wird fortgeführt. Dabei limitieren wir uns nicht auf ein Jahr. Generell hat das Gymnasium im Allgemeinen und das Internat im Speziellen ein herausforderungsreiches Jahr hinter sich. Es geht in der Zukunft darum, die bereits eingeleiteten Massnahmen hinsichtlich Marketing und Schulgeldvereinbarungen weiter umzusetzen.

Welche Ideen stehen sonst noch im Raum?

Koller: Nebst der Schulgeldthematik geht es darum, die langfristige Finanzierung des Internats unter anderem mittels Fundraising zu sichern. Ebenso ist es natürlich wichtig, eine höhere Präsenz in den Medien zu erreichen, um das qualitativ sehr gute Betreuungsangebot und die Weiterführung des Internats bekanntzumachen.

Waren die Stimmen für eine Schliessung des Internats an der kürzlich abgehaltenen Sitzung des Stiftungsrats lauter als auch schon?

Koller: Grundsätzlich sind die Sitzungsdetails und die Positionen der Mitglieder des Stiftungsrats vertraulich.

Eine Task-Force hatte ebenfalls bereits Massnahmen entwickelt, um das Steuer herumzureissen. Welche dieser Massnahmen fruchten, welche nicht?

Koller: Es zeichnen sich erste Erfolge hinsichtlich der Schulgeldthematik ab. Ebenfalls wird das Fundraising fortgeführt. Die Marketing-Bemühungen wurden verstärkt, erste Erfolge können wir bis Ende des Jahres beurteilen.

Schaut man die aktuell bei 19 liegende Zahl an Internatsschülern an, so ist diese Zahl noch tiefer als in den Vorjahren. Warum glauben Sie persönlich an eine Zukunft des Internats in Appenzell?

Koller: Dass die Zahlen im Moment nicht dem entsprechen, was wir uns erhoffen, ist klar. Jedoch braucht ein solcher «Turn-Around» sehr viel mehr Zeit als nur das eine Jahr 2014–2015. Ich bin nach wie vor überzeugt, dass das Internat in Appenzell für das Gymnasium einen hohen Mehrwert hat und der Bedarf an unserem hervorragenden Betreuungsangebot vorhanden ist. Die aktuelle Herausforderung besteht vor allem im demographischen Wandel aufgrund geburtenschwacher Jahrgänge. Dort zeichnet sich jedoch eine Wende ab, die Talsohle ist erreicht.

45 bis 50 Schüler sind für einen kostendeckenden Betrieb notwendig. Hand aufs Herz, diese Zahl ist, wenn man die letzten Jahre anschaut, kaum mehr realistisch. Was sagen Sie dazu?

Koller: Wie erwähnt, die demographische Entwicklung lässt für die Zukunft durchaus Positives erwarten. Auch kann mit erfolgreicher Lösung der Schulgeldthematik ein kontinuierlicher Betrieb mit weniger Schülern sichergestellt werden. Klar zu sagen ist, dass die Erreichung von 45 bis 50 Schülern das Ziel bleibt, jedoch dies nicht innert ein oder zwei Jahren erreicht werden kann. Anders sieht es in einem Zeitraum von drei bis fünf Jahren aus.

Das Interview konnte nur auf dem schriftlichen Weg geführt werden.