Interesse an Fusion gering

Im Falle einer Fusion von Andwil, Gossau und der Schulgemeinde Andwil-Arnegg sollen sich alle Gemeinden im Wappen wiederfinden.

Johannes Wey
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ANDWIL. Nur gerade rund 120 Gossauer und Andwiler fanden am Donnerstag den Weg in den Mehrzwecksaal Ebnet in Andwil. Erstaunlich, schliesslich wurde dort erstmals umfassend über eine mögliche gemeinsame Zukunft der Stadt Gossau, der Gemeinde Andwil sowie der Schulgemeinde Andwil-Arnegg diskutiert.

Ein «fusioniertes» Wappen

Die Besucher des Informationsabends des Vereinigungsprojektes AndGo!2016 bekamen aber auch ohne Fragen zu stellen viel zu hören. Mit Spannung erwartet wurde die Präsentation des neuen Wappens. Das «fusionierte» Wappen, eine Kombination mit Elementen der Wappen der drei heutigen Körperschaften, hatte sich durchgesetzt. Der Andwiler Gemeinderat Toni Thoma, bei AndGo zuständig für das Teilprojekt Identität, bezeichnete insbesondere die hohe Zustimmung aus Gossau bei der betreffenden Umfrage als «erfreulich».

Schliesslich soll die fusionierte Gemeinde – ebenfalls ein vorgestelltes Resultat – Gossau heissen. Und das Gossauer Wappen war ebenfalls zur Diskussion gestanden. Trotzdem stimmten 781 der 1561 Teilnehmer für das Kombinationswappen, 433 Gossauer, 102 Arnegger und 244 Andwiler.

Ein weiteres Thema aus Thomas Ressort Identität war die politische Organisation nach einer Fusion. Hier kamen die Verantwortlichen zum Schluss, dass es auch im Fall einer Fusion ein Parlament geben solle. In einer Stadt sei es schwierig, dass genügend Einwohner die Bürgerversammlung besuchen würden. «Wir glauben nicht, dass eine Bürgerversammlung akzeptiert würde», sagte Thoma. Für das Parlament würde es jedoch lediglich einen Wahlkreis und damit keinen separaten für Andwil und Arnegg geben. Das Bundesgericht schreibt vor, dass zehn Prozent der Wählerstimmen für einen Parlamentssitz reichen müssen. Um das zu gewährleisten, müsste das Parlament bei zwei Wahlkreisen auf 45 Mitglieder aufgestockt werden.

Verwaltung in Gossau

Auch wie die Grundzüge der Gemeindeordnung, welche erst nach einem allfälligen Ja zur Fusion ausgearbeitet würde, aussehen, ist nun bekannt. So würde die Verwaltung an den bisherigen Standorten in Gossau konzentriert. In Andwil würde es künftig keine Anlaufstelle für die Bevölkerung mehr geben, die Mitarbeiter der dortigen Verwaltung erhielten einen neuen Vertrag. Der Schulstandort Andwil-Arnegg bliebe aber bestehen und würde als sechste Führungseinheit der Schule Gossau weitergeführt. Die Andwiler Schulliegenschaften müssten nach der Fusion bald einer Sanierung unterzogen werden. Der hohe Renovationsbedarf war vor drei Jahren Auslöser für die Diskussion um eine Fusion.

Zu einer Frage, die wohl allen Teilnehmern auf der Zunge gebrannt haben dürfte, gab es am Donnerstag jedoch noch keine Antwort: «Zahlen zu den Finanzen haben wir noch keine», sagte der Gossauer Stadtpräsident Alex Brühwiler. Diese seien abhängig von den anderen Teilprojekten und könnten erst am Schluss zusammengetragen werden.

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