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Interessante Feststellung

Es war einmal ein Ehepaar, das einen 12jährigen Sohn und einen Esel hatte. Sie beschlossen zu verreisen. Sie packten ihre Sachen, banden sie auf den Esel und setzten den Sohn darauf. Dann zogen sie los. Im ersten Dorf hörten sie: «Seht euch den Bengel an, wie schlecht er erzogen ist.
Michael Steuer

Es war einmal ein Ehepaar, das einen 12jährigen Sohn und einen Esel hatte. Sie beschlossen zu verreisen. Sie packten ihre Sachen, banden sie auf den Esel und setzten den Sohn darauf. Dann zogen sie los. Im ersten Dorf hörten sie: «Seht euch den Bengel an, wie schlecht er erzogen ist. Er sitzt auf dem Esel, und seine armen Eltern müssen laufen.» Also sagte die Frau zu ihrem Mann: «Wir werden nicht zulassen, dass die Leute schlecht über unseren Sohn reden.» Der Mann holte den Jungen vom Esel und setzte sich selbst darauf. Im zweiten Dorf sagten die Leute: «Seht euch diesen unverschämten Mann an. Er lässt Frau und Kind laufen, während er sich vom Esel tragen lässt.» Also liessen sie die Mutter auf das Tier steigen, und Vater und Sohn führten den Esel. Im dritten Dorf hörten sie die Leute sagen: «Armer Mann! Obwohl er den ganzen Tag hart gearbeitet hat, lässt er seine Frau auf dem Esel reiten. Und das Kind hat mit so einer Rabenmutter sicher auch nichts zu lachen!» Also setzten sie ihre Reise zu dritt auf dem Esel fort. Im nächsten Dorf sagten die Leute: «Das sind ja Bestien im Vergleich zum Tier, auf dem sie reiten. Sie werden dem Esel den Rücken brechen!» Also beschlossen sie, alle drei neben dem Esel zu gehen. Im nächsten Dorf trauten sie ihren Ohren nicht, als die Leute sagten: «Seht euch die drei Idioten einmal an. Sie laufen, obwohl sie einen Esel haben, der sie tragen könnte!»

Diese Geschichte beschreibt den Umgang von uns Menschen miteinander leider recht gut. Wir neigen dazu, schon im ersten Blick auf etwas Unbekanntes den Mangel darin zu erkennen und mehr noch, bereits die Lösung dafür zu haben. Es ist ein Faktum, dass andere uns immer in irgendeiner Form kritisieren oder über uns lästern werden. Es ist nicht einfach, jemanden zu treffen, der dich so akzeptiert, wie du bist. Eine Form, damit umzugehen, ist zu leben, wie ich es für richtig halte, und dorthin zu gehen, wohin mein Herz mich führt. Singe, lache, tanze, liebe und lebe jeden einzelnen Augenblick deines Lebens. Achte in deiner ausgelebten Lebensfreude aber darauf, dir die Vorsicht vor deinem eigenen ersten Blick und deinem vorschnellen Wort zu bewahren, und dir selbst die Freude zu schenken, im Unbekannten Neues zu entdecken.

Sei wie das Kind im fünften Dorf. Im nächsten Dorf begegneten die drei neben dem Esel Herlaufenden einem Kind. Das rief: «Das ist aber ein hübscher Esel.» Das Kind lief auf den Esel zu und streichelte ihn, dabei fragte es: «Wer seid ihr? Kommt, ich führe euch zum Dorfbrunnen, da hat es Wasser für den Esel.» Nach einer Rast zogen die drei weiter. Jahre später begannen sie ihre Gespräche über ihre Reise stets mit den Worten: «Erinnert ihr euch noch an das Kind am Brunnen…» Es dauert nur eine Minute, um einen besonderen Menschen zu erkennen, eine Stunde, ihn schätzen zu lernen, einen Tag um ihn lieb zu gewinnen, aber ein ganzes Leben, ihn zu vergessen!

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