Insel säen und sehen – eine Kunstaktion

Wahre Inseln liegen direkt vor der Haustüre. Diese Meinung vertreten der Kunstschaffende Roman Rutishauser, Jugendliche der SBW Futura Kunst und die Tänzerin Cordelia Alder. Sie verwandelten eine Verkehrs- in eine Sandinsel.

Elke Baliarda
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herisau. Es muss nicht immer die Karibik sein, eine Herisauer Parkinsel im grauen Alltag tut es auch, um ein Bild aufzuzeigen, zu dem eigens 8 m³ Sand herbeigeschafft wurden. Einen Tag lang kosteten die Akteure das Inselleben mit seiner Betriebsamkeit und seinen Unterhaltungsmöglichkeiten aus. Aber es war ihnen auch klar, dass es Momente der inneren Einkehr gibt. «Äusserlichkeiten darstellen und auf innere Werte hinweisen», sagt Roman Rutishauser. «Beide Bilder in Einklang bringen.»

Hawaiianisch herausgeputzt

Für viele Vorbeifahrende hat sich für einmal eine andere Ansicht geboten. Die Insel war belebt mit fröhlichen jungen Leuten, hawaiianisch herausgeputzt. Sandstrand mit Liegestühlen, Sonnenschirm, Strandschaukel und ein Strandbar-Pianist namens Rutishauser, der die Stimmung noch untermalte und die gesangsfreudige Gruppe mit ihren Liedern aus Kuba, Afrika, aber auch aus kälteren Ländern begleitete. Weiter wurden Trommelworkshops angeboten und Salsa und Bossa Nova getanzt.

Menschen, die an der Insel vorbeigingen, lächelten den Akteuren freudig zu. Und Rita Frischknecht, vor deren Bäckerei und Konditorei sich das Inselleben abspielte: «Es freut mich, dass es Jugendliche gibt, die voll Enthusiasmus mit ihrem Lehrer ein solches Projekt durchziehen.»

Roman Rutishauser war seinerzeit mit offenen Augen an der Herisauer Insel vorbeigefahren. Und da er vor Ideen nur so sprüht, war es kein weiter Weg mehr, um eine Insel zu säen. Das Projekt wurde am «artigen Mittwoch» entwickelt. Der «artige Mittwoch» ist ein Bestandteil des Kunstjahres der SBW Futura Kunst, einem der kantonal finanzierten Brückenangebote (10. Schuljahr). Die Jugendlichen werden fünf halbe Tage in Tanz, Theater, bildnerischem Gestalten und Musik unterrichtet.

Umgebung verzaubert

Zum Konzept «Insel säen» gehören zwar Programmpunkte, aber keine fixierten Programmtermine. Und so entwickelte sich das Unterfangen zu einem Theaterstück, in dem die Mitwirkenden, trotz einbrechender Kälte, ihre Umgebung verzauberten.

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