Insektentöter erhält Schweizer Ethikpreis

Der in Gais tätige Biozid-Hersteller Hans-Dietrich Reckhaus setzt auf Bewusstseinsbildung für Artenvielfalt, insektenfreundliche Lebensräume und alternative Bekämpfungsmittel. Dafür wurde der Unternehmer mit dem Schweizer Ethikpreis ausgezeichnet.

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Der Gewinner Hans-Dietrich Reckhaus (Mitte) mit den Jury-Vertretern des Schweizer Ethikpreises, Pierre Epars und Catherine Hirsch (Bild: pd)

Der Gewinner Hans-Dietrich Reckhaus (Mitte) mit den Jury-Vertretern des Schweizer Ethikpreises, Pierre Epars und Catherine Hirsch (Bild: pd)

GAIS. Hans-Dietrich Reckhaus hat am Dienstag den Schweizer Ethikpreis erhalten. Die Jury unterstrich in ihrer Begründung den Mut des in Gais tätigen Unternehmers: «Die Firma Reckhaus positioniert sich in einer Branche, die eher für negative Umweltwirkungen bekannt ist», sagte Anne-Catherine Lyon, Staatsrätin im Departement für Bildung, Jugend und Kultur des Kantons Waadt, die den Preis als Ehrenpräsidentin der Jury überreichte. Die Neuausrichtung beeindruckte durch ein «überraschendes Geschäftsmodell mit starker Differenzierung, das mit dem Label Insect Respect gleichzeitig Lösungen für die ganze Branche anbietet», sagte Jurypräsident Pierre Epars.

Inspiration durch Künstler

Reckhaus nahm den Preis auch im Namen zweier Künstler entgegen: «Frank und Patrik Riklin haben mich auf den richtigen Weg gebracht. Nur aufgrund ihres Engagements habe ich mein Geschäftsmodell hinterfragt». Sie hatten 2012 die Gegenbewegung «retten statt töten» initiiert und Reckhaus mit der aussergewöhnlichen Kunstaktion «Fliegen retten» zum Umdenken angeregt.

Das Unternehmen will sich vom chemischen Biozid-Hersteller zu einem nachhaltigen Anbieter von grünen Dienstleistungen entwickeln. Dafür schafft Reckhaus insektenfreundliche Ausgleichsflächen, sensibilisiert Konsumenten für den Wert von Insekten und bietet mit dem Gütesiegel «Insect Respect» eine Orientierung für alternative Bekämpfungsmittel, deren Kauf gleichzeitig die Biodiversität fördert.

Ethisches Verhalten fördern

Der Schweizer Ethikpreis wird seit 2005 von der Hochschule für Ingenieurwissenschaften und Verwaltung des Kantons Waadt (HEIG-VD) vergeben. Er fördert Ethik, nachhaltige Entwicklung und soziale Verantwortung in Strategien von Unternehmen und öffentlichen Organisationen. Erstmals kamen knapp die Hälfte der Kandidaten und alle Sieger aus der deutschsprachigen Schweiz. (pd)