Ins Wasser fiel nur das Wetter

Der Schwägalp-Schwinget wird seit 16 Jahren durchgeführt und ist stetig am Wachsen. Dass am gestrigen Bergkranzfest kein neuer Besucherrekord geschafft wurde, lag am garstigen Wetter. Schön war es trotzdem.

Monika Egli
Merken
Drucken
Teilen
Am Schwägalp-Schwinget werden nebst dem sportlichen Geschehen Tradition und Brauchtum hochgehalten. (Bild: Stephanie Sonderegger)

Am Schwägalp-Schwinget werden nebst dem sportlichen Geschehen Tradition und Brauchtum hochgehalten. (Bild: Stephanie Sonderegger)

SCHWÄGALP. Gestern war es kühl, neblig und lange regnerisch, streng genommen war es die meiste Zeit «grüüsig». Dies drückte aber keineswegs auf die Stimmung des Publikums, das in teilweise phantasievollen Regenschutzgewändern die Schwägalp bevölkerte. Zwischen 10 000 und 11 000 Frauen und Männer liessen sich von dem bisschen Schlechtwetter nicht beeindrucken – und die Schwinger, diese hartgesottenen Kerle, schon gar nicht.

Das grösste Verkehrsgedränge herrschte am frühen Morgen, denn was ein echter Schwingerfan ist, der will das Anschwingen miterleben. Und so quälte sich eine Blechlawine schon weit vor acht Uhr die Schwägalp hinauf, während die Postautos voll besetzt bereits ab 5.30 Uhr von Nesslau und Urnäsch her den Schwingplatz anfuhren. Der Verkehr normalisierte sich im Laufe des Morgens; wer jetzt noch mit dem eigenen Auto anreiste, musste allerdings einen längeren Fussmarsch ab Parkplatz in Kauf nehmen.

Viel Prominenz beim Apéro

«Aus einem normalen ist in den vergangenen Jahren ein riesiges Bergfest geworden», konstatierte Hans Höhener, Verwaltungsratspräsident der Säntis Schwebebahn AG, als er kurz vor Mittag die Ehrengäste, Sponsoren und Gönner im Zelt «Hüfter» zum Apéro begrüsste. Obwohl für den Schwägalp-Schwinget immer auch ein Verschiebedatum bestimmt wird, könne ein Anlass dieser Grössenordnung tatsächlich nicht mehr verschoben werden. Weder die Infrastruktur noch die Einsätze der rund 900 Helferinnen und Helfer liessen das zu. «Jetzt sind wir halt alle ein wenig nass», stellte Hans Höhener fest. Im Zelt «Hüfter» hatte sich viel Prominenz eingefunden, nicht nur der feinen Appenzeller Spezialitäten und lüpfigen Musik wegen; ein wenig Obdach zu haben, war doch ganz angenehm. Auch Bundesrat Ueli Maurer wurde in der Menge gesichtet; falls er Bodyguards dabei hatte, dann waren das auf jeden Fall sehr diskrete.

Attraktiv wie selten

Die 16. Austragung des Bergkranzfestes auf der Schwägalp – das erste fand im Jahr 2000 statt – präsentierte sich gestern mit neuer Arena. Durch die Anschaffung einer modernen Stuhltribüne finden nun 7250 Personen einen Sitzplatz. Und auch das Teilnehmerfeld war mit 20 Bernern, zehn Südwestschweizern und den einheimischen Schwingern attraktiv wie selten.

Tausende Zuschauer, die sich durchaus auch ein Bierchen gönnen, aber keinerlei Pöbeleien oder Schlägereien – die Fussballszene könnte am Schwägalp-Schwinget viel lernen.