Innovation für mehr Fahrvergnügen

WATTWIL. Der Wattwiler Student Daniel Hofer ist unter den sechs Deutschschweizer Finalisten des diesjährigen Startups.ch Awards. Seine Entwicklung: der Snowliner. Noch diese Saison möchte er das zweiteilige Wintersportgerät auf den Schweizer Markt bringen.

Olivia Hug
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Wattwil. Ein völlig neues Fahrgefühl sei es, was der Snowliner verspricht. «Damit kann man nicht mehr verkanten und hat volle Beinfreiheit», schwärmt Daniel Hofer für sein selbst entwickeltes Wintersportgerät, «überhaupt kann man fahren, wie man will.» Mit seiner Entwicklung wolle er nicht das grosse Geld verdienen, sagt der Wattwiler Student nachdrücklich, doch dass sich viele Wintersportler von dem Gerät überzeugen lassen, dessen ist er sich sicher. An Neuem seien die Ski- und Snowboardfahrer immer interessiert, insbesondere, da der Snowliner einfach zu fahren ist und erst noch wenig koste. «Er soll für maximal 200 Franken über die Theke gehen», stellt sich Daniel Hofer vor.

Promotion ist die halbe Miete

«Der Snowliner ist ein zweiteiliges Snowboard ohne fixe Verbindung zwischen den Füssen», erklärt Daniel Hofer. Mit der Idee des Geräts, mit dessen Entwicklung der 24-Jährige vor drei Jahren angefangen hat, hat er sich bei den Startups.ch Awards beworben. Und dort befindet er sich unter den sechs Finalisten. Noch vier Tage kann online für seinen Snowliner abgestimmt werden, danach liegt es an einer Fachjury, über die Projekte zu entscheiden. Der Wattwiler glaubt an seine Entwicklung. Einen Prototypen – kreiert aus einem durchtrennten Snowboard – (siehe Foto) hat er selbst Probe gefahren und auch anderen Wintersportlern auf der Piste zum Testen unter die Füsse gehalten. «Die Leute wollen nicht nur sehen, sondern auch selbst erleben, dass es wirklich funktioniert», so Daniel Hofer, «ohne Promotion kauft es niemand.» Und genau das ist es, was dem Studenten fehlt, um den definitiven Snowliner – mit beidseitig gebogenen Kanten – produzieren zu lassen. «Promotion und Marketing klappt am besten durch eine bekannte Marke», erklärt er, beispielsweise Red Bull. Die Chance, durch den Energy Drink-Hersteller und Supporter diverser Sportevents unterstützt zu werden, würde erheblich steigen, wenn der 24-Jährige den Startups.ch Award gewinnt.

Kostengünstig produziert

Dass Daniel Hofer den Award gewinnen will, hat noch einen weiteren Grund. Aus der eigenen Tasche kann der Student erneuerbarer Energien und Umwelttechnik die Produktion nicht finanzieren. Und schliesslich will er noch diese Wintersaison allein 1000 Stück in der Schweiz absetzen. «Ich habe schon Schweizer Ski-Produzenten angefragt, doch diese würden den Snowliner nicht für denselben günstigen Preis verkaufen wie ich», sagt Daniel Hofer. Also stellt er sich vor, das Sportgerät im Ausland, etwa in Taiwan oder in Tunesien, herstellen zu lassen. Danach braucht er noch einen Verteiler. Diesen hat er vorläufig in der Talstation Jona GmbH gefunden. «Diese führt immer wieder Testfahrten für Wintersportgeräte durch. Das könnte sie dann auch mit dem Snowliner machen», erzählt Daniel Hofer. Vorerst aber setzt er noch auf Eigenwerbung und die Unterstützung durch seine Freunde auf der ganzen Welt: Das Online-Voting kurbelt er kräftig über die Internetplattform Facebook an.

Vorteil vernetzte Online-Welt

Darin sieht der Student auch einen Vorteil gegenüber den anderen Bewerbern: «Ich bin jung, kenne mich auf solchen Plattformen aus und kann viele junge Leute mobilisieren.» Und nicht zuletzt glaubt er an das Innovative seiner Entwicklung: «Der Snowliner ist etwas, das es so noch nicht gibt», wirbt Daniel Hofer. Es gibt lediglich das Pendant für den asphaltierten Boden, die Freeline-Skates. Eine Art Skateboard ohne Verbindung zwischen den Füssen, durch welchen der Wattwiler überhaupt erst auf die Idee des Snowliners gekommen ist. «Zuerst hab ich den Snowliner nur für mich selbst gemacht – nachdem ich BMX fahren, Snowboarden, Skifahren oder Snowbladen bereits alles ausprobiert habe.» Er suche immer nach etwas Neuem und tüftle daher auch gerne, erzählt Daniel Hofer. Seine Entwicklung sei demzufolge auch nur die Basis für weitere Projekte, wie Accessoires am Snowliner, neue Schlitten oder spezielle Schneeschuhe. Ein Geschäftsmann wolle er aber nicht werden, betont der gelernte Elektriker, «ich will irgendwann auch bloss eine Familie, ein Häuschen und ein Auto.»

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