Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Bergretter vom Aescher nach Gewitter-Einsatz: «Innert zehn Minuten waren wir nass bis auf die Haut»

Am Samstag gerieten eine 52-Jährige und ihr Sohn auf der Wanderung vom Aescher Richtung Wasserauen in ein heftiges Gewitter. Dass ihr Ausflug ein gutes Ende nahm, haben sie Raphael Müller und seinem Team von der Alpinen Rettung Schweiz zu verdanken. Der Alpstein-Retter erzählt vom kräftezehrenden Einsatz im strömenden Regen.
Stephanie Martina
Für einmal bei Sonnenschein unterwegs: der Bergretter Raphael Müller. (Bild: Bruno Inauen ARO)

Für einmal bei Sonnenschein unterwegs: der Bergretter Raphael Müller. (Bild: Bruno Inauen ARO)

Raphael Müller hat oft nasse Füsse. Als Retter bei der Alpinen Rettung Schweiz rückt der 39-Jährige immer dann aus, wenn kein Flugwetter ist. Bei Starkregen und Wind, bei Blitz und Donner. «Normalerweise evakuiert die Rega Berggänger und Wanderer, die in Not geraten. Sobald das Wetter jedoch zu schlecht ist, kann die Rega nicht mehr fliegen. Dann kommen wir zum Einsatz», sagt Raphael Müller, Rettungsobmann der Rettungsstation Appenzell.

Am Samstagabend war dies der Fall: Eine 52-jährige Frau und ihr Sohn gerieten auf ihrer Wanderung vom Aescher Richtung Wasserauen in ein heftiges Gewitter. Kurz nach 19.30 Uhr alarmierten sie die Polizei. Wegen des starken Regens kam für die Rega ein Einsatz nicht in Frage, deshalb wurden sieben Retter der Rettungsstation Appenzell aufgeboten – auch Raphael Müller machte sich sofort auf den Weg in den Alpstein, begleitet von einem Polizisten der Kantonspolizei Appenzell Innerrhoden.

Das Bergrestaurant Aescher – von hier aus wanderten Mutter und Sohn talwärts. (Bild: Urs Jaudas)

Das Bergrestaurant Aescher – von hier aus wanderten Mutter und Sohn talwärts. (Bild: Urs Jaudas)

Rutschpartie auf steilen Treppen

Obwohl Müller Einsätze bei Hudelwetter gewohnt ist, gesteht er, dass ihnen der heftige Regen ziemlich zu schaffen gemacht hätte. Weil das Gelände nass gewesen sei, seien die Treppen extrem rutschig geworden. Müller sagt:

«Innert zehn Minuten waren wir nass bis auf die Haut.»

Auch sein Rucksack hätte den starken Niederschlägen nicht trotzen können: «Oben lief das Wasser rein, unten wieder raus. Und meine Schuhe waren bereits nach kurzer Zeit voller Wasser.»

Bergretter der Alpinen Rettung Schweiz bei einem Einsatz mit der Bahre. (Bild: ARS Alpine Rettung Schweiz)

Bergretter der Alpinen Rettung Schweiz bei einem Einsatz mit der Bahre. (Bild: ARS Alpine Rettung Schweiz)

Bekannter Einsatzort

Der Einsatzort ist laut Müller ein berüchtigtes Gelände. Auf dem «Blättliweg» kämen immer wieder Wanderer an ihre Grenzen – so wie die 52-jährige Deutsche. Übermüdet vom Marsch und überfordert wegen des starken Gewitters, wählte sie den Notruf. Ihr 14-jähriger Sohn konnte in Begleitung der Bergretter zu Fuss ins Tal steigen – die Mutter musste gemäss Mitteilung der Kantonspolizei Appenzell Innerrhoden wegen eines medizinischen Problems auf einer Gebirgsrollbahre nach Wasserauen transportiert werden. «An der Bahre sind vorne und hinten je zwei Griffe angebracht, sodass sie aufwärts geschoben und abwärts abgebremst werden kann», erklärt Müller. Zudem verfüge sie über ein Rad in der Mitte. Dadurch könne die Bahre auf Wegstücken ohne Stufen auch gerollt werden.

Der Rettungsort

Knapp zwei Stunden dauerte die Rettung der beiden Wanderer. Nachdem sie in Sicherheit und ins Trockene gebracht worden waren, schlüpfte auch Müller aus seinen durchnässten Kleidern. «Zum Glück haben wir Bergretter mehrere Paar Schuhe, da spielt es keine Rolle, wenn es mal ein, zwei Tage dauert, bis sie wieder trocken sind.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.