Innerrhoder Überschuss kleiner als erwartet

APPENZELL. Dem Kanton Appenzell Innerrhoden geht es finanziell gut. Die Staatsrechnung 2008 schliesst mit einem Überschuss von drei Millionen Franken. Für schlechtere Zeiten legt der Kanton ein Polster an.

Drucken
Teilen
Appenzell Ausserrhoden legt Polster an (Bild: Keystone)

Appenzell Ausserrhoden legt Polster an (Bild: Keystone)

Weil erstmals die Neugestaltung des Finanzausgleichs und der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen(NFA) wirksam sei, kann die Rechnung 2008 nicht mit derjenigen des Vorjahres verglichen werden.

«Das Ergebnis ist gut», sagte Säckelmeister (Finanzdirektor) Sepp Moser am Mittwoch vor den Medien in Appenzell. Allerdings erwarte auch Appenzell Innerrhoden schlechtere Zeiten. «Die Wirtschaftskrise wird nicht an uns vorbeigehen.»

Bei einem Ertrag von 137,5 Millionen und einem Aufwand von 134,5 Millionen Franken schliesst die Verwaltungsrechnung um 1,8 Millionen Franken schlechter ab als budgetiert.

Allerdings sei dieses Ergebnis wegen der Umstellung vom alten auf den Neuen Finanzausgleich um knapp vier Millionen verzerrt. Um dies auszugleichen, wurde eine Rückstellung gemacht: Die vier Millionen Franken sollen zusammen mit weiteren Abschreibungen als Finanzpolster für schlechtere Zeiten dienen.

Finanzpolster für die Zukunft
Die Schlechterstellung gegenüber dem Budget erklärt sich zu einem grossen Teil aus zusätzlichen Abschreibungen von insgesamt 4,6 Millionen Franken. Hohe Abschreibungen seien notwendig, da der Kanton seine Infrastruktur erhalten und erneuern müsse, sagte Moser.

Mit der Erneuerung des Gymnasiums und des Spitals stehe Innerrhoden vor grossen Aufgaben. «Die düsteren wirtschaftlichen Aussichten zwingen uns, Prioriäten zu setzen», so Moser. Mit einem Finanzpolster sehe der Kanton den künftigen Aufgaben optimistisch entgegen.

Mehr Geld für Schulen
Höher als erwartet waren die Beiträge in der Höhe von rund 700'000 Franken an Sonderschulen und von 400'000 Franken an
Fachhochschulen. Für ausserkantonale Spitalaufenthalte zahlte Innerrhoden knapp 800'000 Franken mehr als budgetiert.

Weniger gekostet haben der Betriebskostenbeitrag ans Spital (700'000 Franken) und der Beitrag ans Ostschweizer Kinderspital
(300'000 Franken). Weil die Löhne hoch waren, schüttete der Kanton 600'000 Franken weniger an Prämienverbilligungen aus.

Mehr Steuereinnahmen
Die Steuereinnahmen waren 2008 um 5,2 Prozent höher als budgetiert. An Staatssteuern flossen 1,5 Millionen Franken mehr in
die Kasse, an Aktivzinsen 400'000 Franken. Auch Bundes- und Verrechnungssteuern gingen um 900'000 Franken reichlicher ein als
erwartet.

Angesichts der Finanzkrise sei er sehr froh, dass das Geld aus den Goldreserven nicht in Aktien angelegt wurde. «Die 30 Millionen Franken lagern sicher als Festgelder bei der Kantonalbank», sagte Moser.

Die Nettoinvestitionen betragen 5,6 Millionen Franken. Der Selbstfinanzierungsgrad liegt bei 157 Prozent. «Dank des guten Ergebnisses konnten wir sämtliche Investitionen von 10 Millionen Franken aus der laufenden Rechnung finanzieren», sagte Moser. (sda)

Aktuelle Nachrichten