Innerrhoder Modellstall steht

HASLEN. Im Juni letzten Jahres wurde mit Franz und Irene Neff die Bauherrschaft für den ersten Innerrhoder Modellstall vorgestellt. Inzwischen ist dieser unter Dach, nur letzte Arbeiten kosmetischer Natur sind noch zu erledigen.

Rolf Rechsteiner*
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Gut in die Landschaft eingepasst: Der erste Innerrhoder Modellstall auf dem Oberhof im Bezirk Schlatt-Haslen. (Bild: pd)

Gut in die Landschaft eingepasst: Der erste Innerrhoder Modellstall auf dem Oberhof im Bezirk Schlatt-Haslen. (Bild: pd)

Das Modellstall-Projekt befasste sich von Anfang an mit dem Hauptthema «Raumverträglichkeit landwirtschaftlicher Öko-nomiebauten». Es geht um die Frage, wie den baulichen Bedürfnissen einer neuzeitlichen Landwirtschaft nachgelebt werden kann unter Verzicht auf hässliche Stallbauten ab Stange, die jenseits der Innerrhoder Baukultur entstanden sind.

Die optimale Einpassung in die Landschaft steht im Vordergrund; zudem sollen Gestaltungselemente gewählt werden, die in der Umgebung Entsprechungen finden.

Zurückhaltend trotz Grösse

Im neuen Stall auf dem Oberhof im Bezirk Schlatt-Haslen scheint diese Absicht – gemessen an ersten Reaktionen seitens der Bevölkerung – durchaus gelungen.

Die Projektgruppe um Ralph Etter, Leiter des Amtes für Raumentwicklung, war gut beraten mit dem Entscheid, den neuen Stall parallel zur Hanglinie auszurichten, dies im Widerspruch zum vormaligen Altbau. Trotz erheblichen Volumens ist der Modellstall nicht als störender Fremdkörper wahrzunehmen.

Rundum Holz

Alle Fassaden sind in Holz verkleidet.

Durch einen Wechsel von stehendem und liegendem Leistenschirm wurde ein dezentes Gestaltungselement gewählt, das die grossen Flächen bricht. Vorab die markante Südfassade profitiert von einer vorkragenden Milchkammer, die einen Schattenwurf erzeugt. So wirkt das Gebäude – etwa von der Hauptstrasse Enggenhütten-Appenzell her gesehen – nicht allzu schwer.

Gedeckt ist der Stall in Abweichung zum ursprünglichen Vorhaben mit einem Sparrendach, das mit braunem Eternit eingekleidet ist. Eine Lichtgasse am Giebel und Fenster an drei Seiten sorgen für natürliches Licht im Innern.

Funktionalität bereits erprobt

Der Stall bietet Platz für 20 Milchkühe und das zugehörige Jungvieh. Er ist als deckenlastiges Objekt konzipiert, was heisst, dass die Futtervorräte über dem Laufstall angeordnet sind.

Eine Krananlage erlaubt den bequemen Zugriff auf das Lager und ein problemloses Absetzen in der offenen Tenne, die dank zweier Schiebetore an den Schmalseiten durchfahren werden kann. Auch der Hochsilo ist von der Bildfläche verschwunden dank Integration ins Innere des Gebäudes.

Nahe am Ziel

Die Tiere, vor kurzem umgezogen, seien mit den neuen Anlagen gut zurechtgekommen, sagen Franz und Irene Neff.

Die neuen Liegeplätze und die grosse Bewegungsfreiheit seien gewöhnungsbedürftig, aber zu keiner Zeit ein Problem gewesen.

Beim Lokaltermin mit den am Handbuch zum Modellstall und dessen erster Umsetzung Beteiligten waren durchwegs positive Reaktionen auszumachen. Die Bauphase sei – einen Arbeitsunfall des Bauherrn ausgenommen – optimal abgelaufen, freute sich Manfred Schmid als zuständiger Planer der Bauherrschaft. Auch das aufgrund der Detailplanung bereinigte Kostendach könne eingehalten werden.

Zum Tag der offenen Tür werde zu gegebener Zeit, wahrscheinlich im kommenden Jahr, eingeladen, erklärte Irene Neff namens der Bauherrschaft. Zuerst sollen sämtliche Umgebungs- und Feinarbeiten abgeschlossen werden, und die ramponierte Grasnarbe darf wieder Fuss fassen, wo es vorgesehen ist.

*Der Autor ist Medienverantwortlicher der Gruppe Modellstall.