Innerrhoder Führungsstab befürchtet: Das schöne Wetter lockt zu Ausflügen und Wanderungen – auch im Alpsteingebiet

Die Devise zu Coronazeiten lautet eigentlich: zu Hause bleiben.Wer den öffentlichen Verkehr für Fahrten ins Alpsteingebiet benutzt, nimmt jenen den Platz weg, die darauf angewiesen sind.

Janine Bollhalder
Drucken
Teilen
Es gilt, auch bei schönem Wetter gilt, auf Tagesausflüge zu verzichten.

Es gilt, auch bei schönem Wetter gilt, auf Tagesausflüge zu verzichten.

Ralph Ribi

«Die Tage werden länger und wärmer. Das Bedürfnis, Ausflüge und Wanderungen zu unternehmen, nimmt zu», sagt Albert Elmiger, Informationschef des kantonalen Führungsstabes Innerrhoden. Vor mehr als einer Woche musste festgestellt werden, dass der Alpstein rege besucht wird. Das, obwohl der Bundesrat nahelegt, zu Hause zu bleiben, und im Alpstein weder Restaurants zur Verfügung stehen noch Toiletten benutzt werden können.

«Wir haben die Anzahl der Autos auf den wichtigsten Parkplätzen während der letzten Wochen verfolgt», sagt Elmiger. Festzustellen war, dass die Anzahl Fahrzeuge nach den Schneefällen von Sonntag auf Montag stark abgenommen hat – nun allerdings wieder allmählich ansteigt. Der kantonale Führungsstab habe bislang keine drastischen Massnahmen ergriffen, um die Leute von einem Alpstein-Besuch abzuhalten.

«Wir beobachten die Entwicklung und warten ab, was der Bundesrat anordnen wird – besonders im Hinblick auf die Ostertage.»

Elmiger berichtet auch, dass die Innerrhoder nicht den grössten Teil der parkierten Fahrzeuge ausmachen. «Ein gutes Drittel stammt aus dem Kanton St. Gallen, je zwölf Prozent aus dem Thurgau und Zürich sowie ein Fünftel aus Ausserrhoden.»

Auf Ausflüge und Wanderungen soll vorläufig verzichtet werden.

Auf Ausflüge und Wanderungen soll vorläufig verzichtet werden.

Archivbild: Ralph Ribi

Besonders problematisch ist auch, dass viele Personen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen. Der Fahrplan der Appenzeller Bahnen wurde ausgedünnt. Dies führt dazu, dass jene Personen, die mit der Bahn zur Arbeit fahren, Schwierigkeiten haben, einen Sitzplatz zu finden und es kompliziert wird, den erforderlichen Abstand einzuhalten.

Zuhause bleiben und Risiken vermeiden

Albert Elmiger befürchtet, dass das schöne Wetter die Leute nicht nur verführen wird, zum Alpstein zu reisen, sondern auch anderswo Ausflüge und Wanderungen zu unternehmen. Er zitiert das Bundesamt für Gesundheit (BAG):

«Es gilt, auch bei guten Wetter zu Hause zu bleiben und die öffentlichen Verkehrsmittel nur zu benutzen, wenn man wirklich darauf angewiesen ist.»

Er fügt auch an, dass Risikosportarten oder Feuermachen unterlassen werden soll. «Einsätze von Feuerwehr, Polizei, der Alpinen Rettung oder des Rettungsdienstes müssen unbedingt vermieden werden, um das Gesundheitswesen und die Blaulichtorganisationen nicht unnötig zu belasten.»

Das schöne Wetter lockt zu Ausflügen. Die Bevölkerung soll dennoch zu Hause bleiben.

Das schöne Wetter lockt zu Ausflügen. Die Bevölkerung soll dennoch zu Hause bleiben.

Archivbild: Michel Canonica

Aktuelle Nachrichten