Innerrhoder Duo startet erstmals an nationalen Titelkämpfen im Paarturnen

Dieses Wochenende werden in Appenzell Schweizer Meistertitel im Geräteturnen vergeben.

Eveline Schiegg
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Chantal Breitenmoser und Fabian Gantenbein bei einem Partnerelement. (Bild: Rahel Manser)

Chantal Breitenmoser und Fabian Gantenbein bei einem Partnerelement. (Bild: Rahel Manser)

Die Sporthalle Wühre in Appenzell wird dieses Wochenende zum Mekka des Geräteturnens. Beim «Kampf der Kantone» ermitteln die Turnerinnen der Kategorien K5 bis K7 und die Damen die Schweizer-Gruppenmeister. In der Kategorie «Sie&Er» kämpfen 39 Paare um den Titel. Erstmals startet ein Team der Trainingsgemeinschaft Appenzell-Gais. Chantal Breitenmoser und Fabian Gantenbein haben sich mit Weisungen, Elementen und Choreografien auseinandergesetzt.

Vielfältige Bewertungskriterien

Doch welche Anforderungen werden im dreiteiligen Wettkampf an die «Sie&Er-Paare» gestellt? Es ist nicht nur ein «Turnen» jedes einzelnen, bei dem die Noten zusammengezählt werden. An zwei Geräten startet das Team als Paar. Die Schaukelringe dürften ebenso herausfordernd sein wie die Übung am Boden, die zu Musik geturnt wird. Der Unterschied von Körpergrösse und Gewicht mag am Boden ein Vorteil sein, kann sich aber beim Turnen an den Schaukelringen als Nachteil entpuppen. Nebst den Disziplinen als Paar turnt jeder einzeln ein Gerät, das aus Reck, Schulstufenbarren/Barren oder Sprung gewählt werden kann.

Übung muss auch originell sein

Die grösste Herausforderung ist die Bodenübung. Die Bewertungskriterien sind vielfältig: Musikinterpretation, Choreografie, Partnerbezug, Synchronität, Bewegungsweite, Technik und Haltung werden beurteilt. Es gibt Abzüge, wenn die Übung zu wenig originell ist. Ebenfalls müssen bei den mindestens fünf Partnerelementen zwei oder mehr mit Partnerbezug geturnt werden. Abzug gibt es auch, wenn nicht drei verschiedene Elemente einzeln synchron geturnt werden. Eine Schwierigkeitsanforderung gibt es nur am Sprung, der mindesten der Kategorie 4 entsprechen sollte.

Abstecher in die Rhythmische Gymnastik

Chantal Breitenmoser und Fabian Gantenbein haben beide vor 15 Jahren mit dem Geräteturnen angefangen. Beider Talent wurde früh entdeckt und gefördert. Während Fabian dem Geräteturnen treu geblieben ist, machte Chantal einen kleinen, aber erfolgreichen Abstecher in die Rhythmische Gymnastik bei der RG Teufen. Auch wenn keine Wettkämpfe mehr auf dem Programm standen, turnte sie doch hie und da an den Geräten. So kam es, dass beide während des Trainings aus Spass Partnerelemente übten. «Wir hatten eigentlich nie vor, an einem Sie&Er-Wettkampf teilzunehmen», so beide. «Vermehrt wurden wir aber in letzter Zeit von unseren Turnkameraden dazu motiviert, an der SM in Appenzell mitzumachen.»

Bescheidene Erwartungen bei der Premiere

Gesagt, getan. Die 19-jährige FMS-Studentin und der 20-jährige Fachmann Gesundheit, trainierten fleissig, feilten an ihren Übungen. Auf die Frage, ob die Schaukelringe nicht eine besondere Herausforderung darstellen, schmunzeln die beiden vielsagend; Chantal, eher klein und zierlich und Fabian, bekannt als Schwungspezialist. Doch die beiden haben das Rezept gefunden. «Wenn ich meinen üblichen Schwung extrem bremse, wird es klappen», so Fabian. Chantal ergänzt: «Und ich muss einfach noch mehr Gas geben.» Beide sehen die Teilnahme als Herausforderung und Standortbestimmung und weniger als verbissenen Ernstkampf. Obschon sie akribisch trainieren und wissen, worauf sie sich einlassen, scheint der Spass im Vordergrund zu stehen. Bei 38 Konkurrenten erhoffen sie sich einen Rang im Mittelfeld. Ob die Reise beim Sie&Er-Turnen für die beiden danach weitergeht, ist offen.

Hinweis

Der Wettkampf in der Sporthalle Wühre in Appenzell beginnt am Samstag, 23. November, um 8.30 Uhr. Das Rangverlesen ist um 20 Uhr. Am Sonntag wird ab 8.50 Uhr geturnt. Der Anlass endet mit dem Rangverlesen um 17 Uhr.