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«Das Volk will keine Berufspolitiker im Parlament»: Thomas Rechsteiner gewinnt als wilder Kandidat die Nationalratswahl in Innerrhoden

Alt Säckelmeister Thomas Rechsteiner von der CVP ist neuer Innerrhoder Nationalrat. Parteikollegin Antonia Fässler hatte keine Chance.
Claudio Weder
Thomas Rechsteiner (CVP), neuer Innerrhoder Nationalrat .

Thomas Rechsteiner (CVP), neuer Innerrhoder Nationalrat .

Das Ergebnis war letztlich weniger knapp, als man es angesichts der Ausgangslage hätte annehmen können: Mit 2014 Stimmen wurde der ehemalige Innerrhoder Säckelmeister Thomas Rechsteiner (CVP) in den Nationalrat gewählt. SVP-Kandidat Ruedi Eberle (1642 Stimmen), CVP-Gesundheitsdirektorin Antonia Fässler (1446 Stimmen) und SP-Parteipräsident Martin Pfister (493 Stimmen) liess er hinter sich. Die Wahlbeteiligung betrug 48,7 Prozent.

Unmittelbar nach Bekanntgabe des Resultates war die Freude beim Neugewählten gross: «Das deutliche Ergebnis überrascht mich.» Unterstützung hatte Rechsteiner, obwohl von der CVP nicht offiziell nominiert, letztlich trotzdem ausreichend: Er hatte die FDP sowie den kantonalen Gewerbeverband auf seiner Seite. Letzterer ist in Innerrhoden eine starke politische Stimme.

Für das eindeutige Ergebnis hat Rechsteiner eine Erklärung:

«Ich werte dies als ein Zeichen dafür, dass die Innerrhoder eine Vertretung im Nationalrat wünschen, die nicht gleichzeitig Teil der Regierung ist – zumal die Arbeit in der Regierung nicht zu unterschätzen ist und in Zukunft auch nicht weniger wird.»

Mit der Wahl von Thomas Rechsteiner wird eine langjährige Tradition unterbrochen. Bis anhin waren die Innerrhoder Vertreter in der grossen Kammer fast ausschliesslich amtierende Mitglieder der Standeskommission. Dass Rechsteiner seit 2018 nicht mehr Teil der Regierung ist, sieht er nicht als Nachteil. «In keinem anderen Kanton ist der Draht zur Regierung so kurz wie in Innerrhoden.» Durch die Kleinräumigkeit komme man schnell mit der Regierung in Kontakt. Zudem kenne Rechsteiner durch seine langjährige Erfahrung als Säckelmeister und Grossrat die Anliegen des Kantons bestens.

Verhältnis zur CVP ist nach wie vor gut

Dass in diesem Jahr gleich zwei CVP-Kandidaten ins Rennen stiegen, war aus Parteisicht zwar ein Nachteil. Denn die in Innerrhoden dominierende Partei riskierte dadurch ein Stimmensplitting, das einen Dritten hätte begünstigen können. Auch wenn Rechsteiner für seinen Entscheid, wild zu kandidieren, von der Parteibasis kritisiert wurde, habe sich das Verhältnis zur CVP seither nicht zum Negativen verändert. Zumal Rechsteiner mehrmals versicherte, dass er in der Partei bleiben werde und auch in der CVP Fraktion politisieren werde.

Die Vorbereitungen auf seine neue Aufgabe in Bern lasse er aber vorerst ruhen, so Rechsteiner. «Zuerst einmal werde ich meinen Wahlsieg zusammen mit Familie und Freunden feiern.» Die nötigen Vorkehrungen in seinem Geschäft – Rechsteiner ist Leiter der Generalagentur der Schweizerischen Mobiliar in Appenzell – hat der frischgebackene Nationalrat bereits im Vorfeld getroffen, indem er einen zusätzlichen Mitarbeiter eingestellt hat.

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